Die Zahl der Unfälle im Landkreis Börde sind leicht gesunken. Das geht aus der Unfallstatistik für das Jahr 2014 hervor, die am Freitag in Haldensleben vorgestellt wurde. Insgesamt 5260 Mal krachte es im Landkreis im vergangenen Jahr.

Haldensleben l Eine positive Entwicklung bei den Verkehrsunfällen konnte Jörg Geburg, Leiter des Polizeireviers Börde in Haldensleben, am Freitag präsentieren. Im Vergleich zum Jahr 2013 sank die Zahl der Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr um 217 auf insgesamt 5260 Unfälle. Auch die Zahl der Unfälle mit Personenschaden ging laut Statistik zurück: 2014 waren es 565, im Jahr zuvor 575. Zwar gab es auch acht Tote zu beklagen, im Jahr 2013 waren es allerdings doppelt so viele. Allerdings gab es in diesem Jahr bereits vier Unfalltote.

Kaum Veränderungen gab es bei den Hauptunfallursachen. Auf Platz eins rangiert hierbei zu geringer Abstand, gefolgt von Geschwindigkeit sowie den sogenannten "Parkplatzremplern", also Unfällen beim Wenden oder Rückwärtsfahren. Hierbei zeichnet sich laut Polizei ein negativer Trend ab. Denn das "unerlaubte Entfernen vom Unfallort", die Fahrerflucht, nimmt hier zu.

"Das wird zum Volkssport", hieß es bei der Vorstellung der Unfallstatistik. Zum einen fahren Unfallverursacher einfach weg, andere warten ein paar Minuten und verlassen dann ohne Hinweis den Unfallort, weil sie offenbar meinen, das genüge. Bei der Aufklärung dieser Unfälle ist die Polizei stark auf Zeugenhinweise angewiesen, auch wenn sie vielleicht nur ein Fragment des Kennzeichens erkannt haben. Dennoch gehe man jedem Hinweis auf der Suche nach dem Verursacher nach.

Einen Anstieg bei den Unfallursachen gab es auch im Bereich Alkohol. Hier stieg die Zahl der Alkoholunfälle im Vergleich zu 2013 von 74 auf 90 Alkoholunfälle. "Hier werden wir wieder verstärkt ein Auge drauf werfen müssen", sagte Revierleiter Gebur.

Als einen erfreulichen Trend bezeichnete der Revierleiter die Entwicklung, dass die Unfallbeteiligung der sogenannten Risikogruppe - die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen - im vergangenen Jahr zurückgegangen ist. 396 Mal und damit rund zehn Prozent weniger als 2013 war diese Altersgruppe als Verursacher an einem Unfall beteiligt gewesen.

Viel häufiger ist die Altersgruppe der 30- bis 50-Jährigen an einem Unfall als Verursacher beteiligt. Für das Jahr 2014 gehen 996 Unfälle (2013: 1047) ihr Konto. Die Altersgruppe ab 65 Jahre verursachte im vergangenen Jahr 481 Unfälle und damit genauso viele wie im Jahr 2013, besagt die Unfallstatistik.

Klaus Glandien von der Kreisverkehrswacht Börde führt den positiven Trend in der jungen Altersgruppe auf die gute Zusammenarbeit der Verkehrswachten im Landkreis mit der Polizei zurück. "Die Präventionsarbeit ist eine wichtige Aufgabe. Und hier sind wir in der Börde gut aufgestellt und auf einem guten Weg. Das spiegelt sich in den Zahlen wider", sagte Klaus Glandien bei der Präsentation in Haldensleben.

Ein Problemfeld sieht Glandien allerdings bei den Wildunfällen. Die Zahl der Wildunfälle ist zwar im vergangenen Jahr zurückgegangen (1527 Wildunfälle zu 1630 im Jahr 2013), hier seien aber weitere präventive Anstrengungen nötig, so Glandien. Er bedauere, dass es die sogenannte Wildunfallkommission nicht mehr gäbe, die sich verstärkt dem Problem der Wildunfälle gewidmet habe. "Ich finde es auch sehr schade, dass sich übergeordnete Stellen hier zurückziehen. Das Pilotprojekt mit den großen Wildwarnschildern an den Bundesstraßen wurde wieder eingestellt, Schilder abgebaut. Und wir Ehrenamtlichen der Kreisverkehrswacht bauen Warnhinweise - da passt was nicht", so Klaus Glandien.