Die Diskussion über das Aufstellen von einer Liebesbank und einer Sitzgelegenheit mit Wappen vor der Oebisfelde Sumpfburg hat bei der jüngsten Stadtratssitzung endlich ein Ende gefunden. Der Stadtrat gab grünes Licht.

Weferlingen/Oebisfelde l Warum sich der Stadtrat überhaupt mit so einem Thema beschäftigt und warum der Oebisfelder Ortsrat nicht allein über das Aufstellen der Bänke entscheiden kann, wollte Jörg Stövesandt (CDU) gleich zu Beginn des Tagesordnungspunktes wissen. Eine Antwort darauf hatte Bogumila Jacksch (UWG), Mitglied im Stadtrat und Ortsbürgermeisterin von Oebisfelde: "Das Ganze lief total falsch. Es war eine Odyssee. Schon im Sommer des vergangenen Jahres hatte der Heimatverein den Antrag gestellt, zwei Bänke aufstellen zu dürfen. Ich hoffe, dass das Hin und Her heute beendet wird."

Vor der Sumpfburg in Oebisfelde, neben der Ritterskulptur, möchten die Heimatfreunde zwei massive Sitzgelegenheiten aufstellen. Eine der beiden soll eine Liebesbank sein, auf der anderen soll auf der Rückenlehne das Oebisfelder Wappen abgebildet werden. Hintergrund für das Anfertigen der Liebesbank sei der Fakt, dass der Rittersaal der Burg auch als Standesamt genutzt wird. "Da auf der Grünfläche vor der Burg oft auch Hochzeitsfotos geschossen werden, kann die Bank dafür als ideales Requisit dienen", hieß es in der Begründung von Ulrich Pettke, Vorsitzender des Heimatvereins.

"Der Ortschaftsrat Oebisfelde hatte daraufhin beschlossen, dass die Bänke im Frühjahr nach Absprache mit der Verwaltung aufgestellt werden. Bürgermeisterin Silke Wolf legte Widerspruch ein. Deshalb hatte der Ortschaftsrat beschlossen, dass das Thema dem Hauptausschuss beziehungsweise dem Stadtrat vorgelegt werden soll", blickte Jacksch zurück. Einheitsgemeinde-Bürgermeisterin Silke Wolf (Die Linke) hatte zuvor den Verein informiert, dass die Burg nicht das passende Ambiente für eine lauschige Bank bieten würde. Vielmehr passe eine solche Bank in eine Parkanlage. Silke Wolf wies damals darauf hin, dass die Stadt beabsichtigt, für die Anlage eine Planung zur Grüngestaltung vorzunehmen. In dieser Gestaltung soll auch eine Ritterfigur integriert werden. Aus diesem Grund wäre eine Entscheidung zu diesem Zeitpunkt verfrüht gewesen. Der Entschluss sollte erst getroffen werden, wenn das Gesamtkonzept vorliegt.

"Die Bänke werden nicht eingemauert, sondern nur aufgestellt. Wenn das Burggelände umgestaltet wird, können die Bänke jederzeit umgestellt werden. Das ist eigentlich gar kein Problem", betonte Oebisfeldes Ortsbürgermeisterin. Sie wies darauf hin, dass der Heimatverein sehr aktiv ist, aber das Engagement des Vereins immer wieder durch solche Streitigkeiten blockiert wird.

Die Einheitsgemeinde-Bürgermeisterin hat sich an die Kommunalaufsicht gewandt, um die Rechtslage zu klären. Die Aufsichtsbehörde riet, dass die Verwaltung gemeinsam mit dem Ortschaftsrat und dem Heimatverein nach einer einvernehmlichen Lösung suchen sollten. Martin Krems-Möbbeck (SPD) stellte fest, dass die Rechtsauffassung - laut dem Schreiben der Kommunalaufsicht - grenzwertig sei. "Die Kommunalaufsicht hat sich ein bisschen in die Büsche geschlagen. Angesichts dessen, was Frau Jacksch gesagt hat, dass die Sache schon so lange als blockierend empfunden wird, sollten wir heute darüber abstimmen", sagte Krems-Möbbeck. Einstimmig gestattet der Stadtrat per Beschluss dem Heimatverein das Aufstellen der beiden Bänke vor der Sumpfburg.

 

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