Alle vier Wochen gibt es für die Eimersleber Teichwichtel seit gut einem halben Jahr einen festen Termin. Sie fahren zum Kneippen ins Flechtinger Kurhaus. Mit Erfolg.

Flechtingen/Eimersleben l Die fünf Säulen der Kneippschen Lehre von der Gesundheit interessieren die Steppkes von den Eimersleber "Teichwichteln" noch nicht so sehr. Ihnen geht es vielmehr um das Abenteuer, mit ihren nackten Füßen im gerade mal 10 Grad Celsius kalten Wasser wie ein Storch umherzuwaten und ihre Kreise um den Handlauf zu ziehen.

Die Übungen, die Kurhaus-chefin Kerstin Seifert ihnen im Wasser zeigt, machen die Mädchen und ein Junge mit Begeisterung nach. Nils ist der einzige Junge, aber damit kommt er spielend zurecht, er muss sich schließlich täglich in einer großen Mädchengruppe behaupten.

Seit September vergangenen Jahres kommen die Kinder aus der Tagesstätte einmal im Monat zum Kneippen ins Flechtinger Kurhaus, und das tut ihnen richtig gut, wie Kita-Leiterin Susan Alex bestätigt. Sie sind nicht so anfällig für Krankheiten und auch sonst eine recht robuste Bande. Die Krankheitsrate unter den Kinder ist sehr gering.

Dieses Mal ist Mutti Annika Schwienhagen mitgekommen. Ihre dreijährigen Zwillinge Mia und Lena könnten unterschiedlicher nicht sein. Und weil eine der beiden sich schon vor der Fahrt mit dem Feuerwehrauto fürchtet, nutzte die Mutti ihren freien Tag, um dabeizusein. Allerdings brauchten nun beide Mädchen eine Weile, um sich überhaupt ins Wasser zu trauen.

Schon die Fahrt von Eimersleben nach Flechtingen wird zum Erlebnis, denn die "Teichwichtel" werden mit dem Mannschaftstransportwagen der Freiwilligen Feuerwehr Eimersleben chauffiert. "Für die Kinderfeuerwehr haben wir ohnehin Kindersitze an Bord, und einer von uns hat immer Zeit, die Kinder zu befördern", sagt Frank Alvermann von den Brandschützern. Er hatte dieses Mal den Fahrdienst übernommen.

Nicht nur das Kneippen und Wechseln zwischen kaltem und warmem Wasser gehört mittlerweile zum festen Ablauf, sondern auch ein anschließendes Entspannungs-Yoga-Training. Dieses Mal kann sogar Anne-Sophie Schneidewind mitmachen. Sie ist Praktikantin im Kurhaus und lernt gerade alle Abläufe in so einer Einrichtung kennen.

Kerstin Seifert zeigt, welche Übungen schon mit den Jüngsten absolviert werden können. Still liegen und entspannen, fällt den Mädchen und dem Jungen zum Teil recht schwer, aber für alles, was mit Bewegung zu tun hat, lassen sie sich sofort begeistern. Eine Brücke aus dem eigenen Körper bauen oder Arme und Beine in die Höhe strecken, das bekommt den Eimerslebern sichtlich gut.

So werden sie auch ganz nebenbei richtig trocken und warm, um im Anschluss rasch wieder in die Straßenkleidung schlüpfen zu können.

"Gibt es heute keine Schlangen", fragt Emely ganz erwartungsvoll. Doch die Belohnungs-Gummischlangen hat Kerstin Seifert nicht vergessen. Jedes Kind und auch die Erwachsenen dürfen sich eine aus dem großen Behälter nehmen.