Haldensleben l Als einzige Frau unter den acht Kandidaten bewirbt sich Regina Blenkle für das Amt des Haldensleber Bürgermeisters. Die Noch-53-Jährige - am 1. April hat sie Geburtstag - ist verheiratet, Mutter eines Kindes, in Haldensleben geboren und sie lebt auch hier.

"Erstens gibt es viel zu verändern und zweitens bringe ich gute Voraussetzungen mit", begründet sie ihre Kandidatur. Ihr Hauptanliegen ist, künftig die Bevölkerung bei Entscheidungen mitzunehmen. "Daher ist auch mein Credo ,Aus der Mitte der Stadt für unsere Stadt`", erklärt sie. "Ich möchte ein Wir-Gefühl herstellen. Das fehlt in Haldensleben."

Für das Amt als Bürgermeisterin bringt sie nach eigenem Bekunden sowohl Erfahrungen in der Verwaltungsarbeit als auch aus dem Stadtrat mit. Dort ist sie seit 1990 vertreten, bis 1998 als Mitglied der PDS, danach als parteiloses Mitglied der Freien Unabhängigen Wählergemeinschaft (FUWG). "Ich kenne also beide Seiten", sagt Regina Blenkle.

Daher hat sie auch konkrete Vorstellungen für mögliche Arbeit als Bürgermeisterin. Eine Bestandsaufnahme der finanziellen Situation sei ihr sehr wichtig, beton sie. "Dabei steht die Frage, was heute noch sinnhaft ist und was überarbeitet werden muss." Ein solider Haushalt sei die Grundlage für eine vernünftige Arbeit. Auch hier sollen die Bürger mitarbeiten.

Einiges müsse aber auf den Prüfstand, zum Beispiel das Mehrgenerationenhaus hinsichtlich seiner Fixkosten für die Stadt und der geplante Tunnelbau für den Bahnübergang Hagenstraße. Da müsse geschaut werden, in wie weit es hier noch Verhandlungsspielraum gibt, meint sie. In ihrer Kritik steht auch das Innovationszentrum in Althaldensleben. "Es braucht eine bessere Auslastung", so ihr Ziel. Dies sei aber nur über eine bessere Wirtschaftsförderung möglich, erklärt Regina Blenkle. "Strukturänderungen innerhalb der Verwaltung werden sich daher nicht ausschließen lassen", sagt die Frau, die Ehrlichkeit bei sich selbst eher als Schwäche denn als Stärke sieht.

Neben der Überarbeitung der Verkehrskonzeption "ist mir die Jugend ganz ganz wichtig", betont sie. "Die 15- bis 25-Jährigen werden von einer Ecke in die andere geschubst. Wo können sie denn hingehen, wenn sie einfach nur abhängen wollen?" Sie setzt daher darauf, verstärkt Treffpunkte zu schaffen - außerhalb der Strukturen der Jugendeinrichtungen, die es bereits in der Stadt gibt.

Ihre Agenda ist lang für die Stadt Haldensleben, die sie besonders wegen des vielen Grüns ringsherum liebt. Für sie ein Grund mehr, die Morgenstunden an den Wochenende mit Walking in der freien Natur zu verbringen. Aber nicht nur hier, auch in ihrem Beruf finde sie einen Ausgleich. "Ich habe mich vor zwei Jahren noch einmal umorientiert, bin jetzt als Berufsbetreuerin tätig - eine schöne und dankbare Arbeit", erzählt sie.