106 Asylbewerber musste der Landkreis Börde im März aufnehmen. Dann werden es insgesamt fast 1000 Menschen sein, die hier auf Asyl hoffen. Im April öffnet ein weiteres Heim in Wolmirstedt mit 96 Plätzen.

Haldensleben l 100 Personen monatlich, das ist die Quote der Asylbewerber für 2015, beziffert Iris Herzig, Fachbereichskoordinatorin in der Kreisverwaltung, die Aufgaben, die in diesem Jahr vor dem Landkreis stehen. Noch im September des vergangenen Jahres lag die Quote bei 45 Personen im Monat. Die Kreisverwaltung muss ständig nach weiteren Möglichkeiten suchen, die Asylsuchenden unterzubringen.

Ende Februar waren bereits 893 Asylbewerber registriert. Der größte Teil, nämlich 269 Personen, kommt aus Indien. 77 stammen aus Syrien, 57 aus Guinea-Bissau, 50 aus Mali, 45 aus Burkina Faso, 43 aus Eritrea. Aus den als sichere Balkanstaaten bezeichneten Ländern Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Serbien sind 108 Personen angekommen. Aus den restlichen Balkanstaaten, das sind Albanien, Kosovo und Montenegro, lebten Ende Februar 57 Menschen im Landkreis. Aus sonstigen verschiedenen Ländern, die in der Statistik nicht einzeln benannt sind, kamen 187 Personen.

66 Prozent der Asylbewerber sind übrigens einzelne Männer. Einzelne Frauen hingegen sind nur 3 Prozent gekommen. 23 Prozent sind Familien, 4 Prozent Ehepaare und 4 Prozent Alleinerziehende mit Kind.

Nach der Altersstruktur sind 770 Personen im erwerbsfähigen Alter. 116 sind Kinder und Jugendliche. 54 Kinder bis 5 Jahre und 62 Kinder und Jugendliche von 6 bis zu 17 Jahren sind die Jüngsten. 305 Personen sind 18 bis 25 Jahre alt und 444 sind 26 bis 50 Jahre alt. In der nächsten Altersspanne über 50 Jahre sind es 21 Personen, über 65 sind es 7 Asylbewerber.

Über 600 Asylbewerber leben gegenwärtig in den Gemeinschaftsunterkünften in Harbke, Haldensleben und Weferlingen. Es seien jedoch nicht immer alle da, sagt Iris Herzig, die Asylbewerber können sich frei im Land bewegen. Etwa 70 Wohnungen wurden im Landkreis angemietet für Wohngemeinschaften von mehreren Asylbewerbern beziehungsweise Familien. 38 dieser Wohnungen befinden sich in Haldensleben, hier leben 21 Familien und außerdem Einzelpersonen in Wohngemeinschaften. 23 Wohnungen sind in Oschersleben belegt, 5 in Wolmirstedt, außerdem gibt es noch einzelne Wohnungen in anderen Kommunen.

Der Zustrom hält an. Im März sollten 106 Asylbewerber dazu kommen, weil es noch einen kleinen Überhang gab. Dafür reichten die Kapazitäten noch. Im April soll eine Unterkunft in Wolmirstedt mit 96 Plätzen bezugsfertig sein, damit könnte auch der Bedarf im April noch gedeckt werden, gibt sich die Fachbereichskoordinatorin zuversichtlich. "Doch wir müssen weitere Kapazitäten schaffen, und wir müssen vermehrt die Kommunen um Hilfe bitten." Eine weitere Gemeinschaftsunterkunft ist ausgeschrieben, denn: "Wir sind jetzt an unsere Grenzen gekommen", so Iris Herzig.

Die Asylbewerber brauchen zumindest in der ersten Zeit viel Hilfe, um sich zurechtzufinden. Dafür gibt es Sozialarbeiter und sehr viele ehrenamtliche Helfer, erkennt Iris Herzig auch das bürgerschaftliche Engagement an. Teilweise werden Deutschkurse ehrenamtlich organisiert, Sprachkundige helfen ehrenamtlich beim Arztbesuch oder anderen Angelegenheiten. Auch für Kinder gibt es zum Teil Hilfsangebote.

Das Netzwerk Integration im Landkreis ist neu ausgerichtet, hier werden verschiedene Schwerpunkte angepeilt, zu denen beispielsweise auch ehrenamtliche Angebote für Freizeitgestaltung wie Sport und anderes gehören. Ganz wichtig wird natürlich die Sprache angesehen. Neben Sprachkursen und Begegnungen, in denen auch die Sprache geschult wird, ist ein Ziel, einen Dolmetscherpool aufzubauen, um in Notfällen helfen zu können. Ins Auge gefasst wird auch die Integration in der Schule.

Das Netzwerk, das von Koordinatorin Ann Fabini aus der Kreisverwaltung geleitet wird, berät regelmäßig und hat jetzt Projektgruppen gebildet.