Die Wieglitzer Christen sind dabei, ihre kleine Kirche sanieren zu lassen. Ende August soll das Projekt vollendet sein und das Gotteshaus als Schifferkirche wieder eingeweiht werden.

Wieglitz l "Es ist schon ein ungewöhnlicher Anblick, in der Kirche einen Bagger arbeiten zu sehen. Mario Brenner nimmt mit dem Minibagger den Fußboden heraus. Er versteht sein Handwerk, denn die Tür und die Wände haben trotz der schweren Technik keinen einzigen Kratzer bekommen", schildert Angelika Huchel, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates in Wieglitz. Nun wird in der Kirche der Unterbeton als Fußbodenaufbau eingebracht.

Im Februar fiel der Startschuss für die Bauarbeiten. Inzwischen ist allerhand passiert. Die Decke im Kirchenschiff ist wieder geschlossen, isoliert und wird so wieder begehbar gemacht. Die Decke über der Empore ist noch in Arbeit. "Durch das Sichtbarmachen der Deckenbalken ist die Empore dann auch für unseren Pfarrer Hans Heidenreich, für die Kirchenchorsänger und für die großen Gottesdienstbesucher begehbar. Für Kinder und kleinere Leute war die zuvor niedrige Decke sowieso kein Problem", sagt die Vorsitzende schmunzelnd.

Auch neben der Kirche ist der Sockel des Gotteshauses zum Teil von außen freigelegt. Klaus Breier ist an der Außenseite der Kirche bei der Arbeit. Nach den Schachtarbeiten im äußeren Bereich der Kirche wurde der Sockel mit einem Anstrich versehen. Günter Redlich, der als Nachbar die "obere Bauaufsicht" übernommen hat, verfolgt das Baugeschehen. "Herr Redlich scheint die Handwerker zu beflügeln, denn es geht gut voran", sagt die Vorsitzende der Kirchengemeinde.

Fördermittel gibt es vom Amt für Flurneuordnung und Forsten. Doch gleich zum Baubeginn waren unvorhergesehene Mängel aufgetaucht, die im Zuge der Sanierung gleich beseitigt werden müssen. "Wir erhalten diese große finanzielle Unterstützung, um unser Gotteshaus im Innenbereich zu sanieren und nach Abschluss der Baumaßnahmen auch für das Gemeindeleben im Ort zu öffnen", sagt Astrid Leischwitz, stellvertretende Vorsitzende. Um Spenden zu sammeln, wurden schon Fensterteile symbolisch vergeben. Bis jetzt sind von den etwa 1600 Fensterteilen symbolisch 500 Teile an Paten vergeben worden. "Inzwischen haben neben privaten Spendern auch Firmen aus Wieglitz und Bülstringen sowie aus der Umgebung, wie aus Uthmöden, Satuelle und Bösdorf für die Sanierung unserer Kirche gespendet. Auch die unvorhergesehene Maßnahmen, wie zum Beispiel die Ausbesserung der Deckenbalken müssen finanziert werden", erklärt Angelika Huchel und bedankt sich bei allen Spendern. Sie gesteht, dass sich die Christen natürlich sehr über jede weitere kleine und größere Spende freuen.

Eine Kostbarkeit ist für die Wieglitzer auch die Glocke. "Vor der Elektrifizierung der Glocke und der Uhr 1998 haben vor Günter Redlich auch Martin Rosenberg und Erhard Huchel die Glocke erklingen lassen. Diese Männer haben auch immer die Kirchturmuhr aufgezogen", erinnert sich Angelika Huchel. Trotz Bauarbeiten läutet die Glocke noch zum Feierabend und zu den kirchlichen Veranstaltungen. "Bei all den - manchmal aufregenden - Sanierungsarbeiten beruhigt doch ihr gewohnter Klang", beschreibt die engagierte Gemeindevertreterin. Die Glocke wurde 1738 gegossen. Die Inschrift am unteren Rand lautet: "GOS MICH CHRISTIAN SEE IN MAGDEBURG AO 1738 HANS BUTTGE SCHÖPPE ALLHIER ZU WIEGLITZ." Auf dem Glockenkörper ist zu lesen: "IAKOBI KARL von SCHENK ERB. UND GERICHTSHERR AUFF BÖDDENSELL DOMERSLEBEN WIEGLITZ MANNHAUSEN UND CLAIDEN."

Bis zum 31. August sollen die Arbeiten vollendet sein und der Neueinzug vonstatten gehen. Dann wird der Traum, die Schifferkirche am Kanal für alle zu öffnen, Wirklichkeit. Bis dahin gibt es noch sehr viel zu tun, blicken die Frauen vom Gemeindekirchenrat optimistisch voraus.

Wer das Vorhaben weiter unterstützen möchte, kann spenden bei der KD-Bank Dortmund (Kirche und Diakonie). Kontoinhaber ist der evangelische Kirchenkreisverband Magdeburg; Konto: 1552299015; BLZ: 35060190; IBAN: DE403506 01901552299015 und BIC: GENODED1DKD; Verwendungszweck: Spende Kirche Wieglitz.

 

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