Unter dem Motto "Mit Spaß und Schweiß zum Ziel" hat es auf dem Sportplatz in Rätzlingen einen Arbeitseinsatz gegeben. In Aktion waren nicht nur die Volleyballer, sondern auch die Jugend des angrenzenden Clubs.

Rätzlingen l Während es sonst auf dem Rätzlinger Sportplatz in Trikots gekleidet um Tore und Punkte geht, starteten die Sportler der Volleyball-Abteilung des Sportvereins (SV) Etingen-Rätzlingen in alten Jeans und Schlapperpulli zu einer Aufräumaktion. Ziel war es, den Sportplatz wieder auf Vordermann zu bringen. Dabei ging es nicht um den Fußballrasen, sondern um das Aufräumen des Grillplatzes, das streichen alter Holzbänke und vor allem um das Herrichten des Beachvolleyballfeldes.

Der Volleyballplatz wurde im Mai 2011 mit einem Turnier im feinen Sand und einer Party eingeweiht. Zur Volleyballabteilung gehören derzeit mehr als 30 Frauen, Männer und Jugendliche im Alter von 13 bis 64 Jahren. Von den 30 Sportlern sind es 20 Jugendliche. "Das Volleyballfeld ist noch gut in Schuss. Die Sandfläche wird ein Mal im Jahr komplett durchgeharkt und die Ränder des Feldes vom Gras befreit", beschrieben Daniel Leiding und Marius Homann, die mit Schubkarre und Spaten mächtig in Schwitzen kamen.

Hochbetrieb herrschte auch im angrenzenden Jugendclub. Die jungen Leute, die den Club besuchen, kommen nicht nur aus Rätzlingen, sondern auch aus Lockstedt, Oebisfelde, Weferlingen und Kathendorf. "Wir brauchen dringend Sponsoren, denn für den nächsten Winter ist eine Heizung dringend nötig", sagt Clubchef Dominik Jeremias. Im vergangenen Winter dienten Radiatoren, um etwas Wärme in den Club zu bekommen. Doch die Stromkosten schossen dabei in die Höhe. "Ideal wäre eine Gasheizung, eine gebrauchte würde es ja auch tun. Die Leitungen dafür liegen schon. Vielleicht findet sich auch noch ein Handwerker, der ein Herz für die Jugend hat und die Heizung einbaut", erklärte Sven-Uwe Hecker, der zu den Volleyballern gehört und sich als Mitglied im Rätzlinger Ortschaftsrat auch für den Jugendclub verantwortlich fühlt.

Stück für Stück soll das Domizil der Jugend verschönert werden. Zwei neue Fenster wurden vor kurzem eingebaut. Die Toiletten haben einen Forstschutz bekommen, damit die Leitungen nicht einfrieren. "Wir haben bei der Stadt finanzielle Mittel für Sanierungsmaßnahmen beantragt. Aber wir wissen ja, dass die Stadt in Konsolidierung ist", sagte Hecker mit Blick in die Zukunft.

"Besonders wichtig sei es - nach Ansicht von Hecker - dass die Jugend selbst bei der Sanierung und Verschönerung ihres Clubs mit anpackt. "Dann fühlen sich die jungen Leute auch mehr verbunden und achten die geschaffenen Werte", weiß Hecker, der selbst als Pädagoge arbeitet.

Die Jugend aus dem Club spielt auch Volleyball. Deshalb war es auch einfach, den Arbeitseinsatz der Sportler mit der Frühjahrsputz-Aktion des Jugendclubs zu verbinden. "Es sind fast die gleichen Leute, die sich im Club und auch im Sportverein engagieren", erklärte Hecker, dessen Sohn Maximilian gemeinsam mit Anna Meier, Lasse Feldmann und Dominik Jeremias der Bushaltstelle, genannt "Bussi", mitten im Ort einen neuen Anstrich verpassen. Das Bushäuschen, das zuvor in Barby-Rosa-Farbton angemalt war, hatte dringend ein neues Kleid nötig. "Überall an den Wänden war Gekritzel und Parolen, die ein gewisses Unbehagen bereiteten, zu sehen. Jetzt kommt frische Farbe auf die alten Schmierereien", sagte Dominik Jeremias. Groß ist die Hoffnung der jungen Maler, dass ihr Werk nicht wieder verschandelt wird. "Wir warten hier morgens bei Wind und Wetter auf unsere Schulbusse. Es wäre schön, wenn das Häuschen ansehnlich bleibt und nicht wieder mit blöden Sprüchen verunstaltet wird", appellierten die Jugendlichen.

Nach getaner Arbeit gab es eine kleine Dankeschönparty mit Grillwürstchen für alle Helfer.

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