Das Osterfeuer gehört in fast allen Orten der Region zum Brauchtum. Das Besondere in Rätzlingen ist, dass die Bewohner des Ortes am Rand des Drömlings schon am Abend des Gründonnerstages ihren großen Holzstapel zum Lodern bringen.

Rätzlingen l "Wir haben überlegt, ob wir das Osterfeuer wegen dem stürmischen Wetter absagen oder nicht. Aber der Umzug war angemeldet und die Kapelle bestellt. Und wir haben Glück, es regnet und stürmt nicht", sagte Rätzlingens Wehrleiter Andreas Warnecke, vor dem Start des Fackelumzuges. "Falls alles ins Wasser gefallen wäre, hätten wir das Feuer zum Maifeuer umgenutzt, aber alles läuft ja jetzt nach Plan", sagte Rätzlingens Ortsbürgermeister Wilhelm Behrens erfreut. Der Ortschef bedauerte, dass sich nicht noch mehr Familien am Umzug beteiligten. Schließlich habe die Feuerwehr als Veranstalter auch die Schalmeienkapelle aus Wassensdorf engagiert. Mit Pauke und Schalmeien ging es durch den Ort. Während die Brandschützer kurzzeitig die Straßen absperrten, waren auch die Polizeibeamten als Begleitschutz dabei.

Unter der Regie der Brandschützer wurden auch wieder die Feierlichkeiten rund um das Osterfeuer organisiert. Hilfreich zur Seite standen den Feuerwehrleuten unter anderem Mitglieder des Schützenvereins und die Petrijünger. "Es gibt nicht nur Grillwürste, sondern auch Getränke von Bier bis hin zum Rotkäppchen-Sprudel", erklärte Warnecke.

Die Rätzlinger feiern immer schon am Gründonnerstag, damit auch die Freunde aus den Nachbardörfern beim Osterfeuer dabei sein können. Das habe auch den Vorteil, dass die Rätzlinger bei ihren Nachbarn noch einmal die Partys am Osterfeuer miterleben können."Gäste aus Kathendorf, Miesterhorst, Eickendorf und anderen Orten sind auch heute dabei", zog Behrens mit dem Blick in die Runde zufrieden Bilanz. Mächtig stolz auf seine Feuerwehr ist Behrens. "Unser Feuerwehrchef Andreas ist immer erreichbar. Und wenn er mal nach der Schicht schläft, ruft er zurück. Auf ihn kann ich mich verlassen", versicherte der Bürgermeister. So kam es auch im vergangenen Jahr, dass die Feuerwehrleute sofort zur Stelle waren, als es zur Gefahrenabwehr darum ging, einen alten Baum zu stutzen. "Wir haben ja nicht mehr viel Geld in der Kasse der Einheitsgemeinde und auch der Bauhof der Stadt hat wenig Leute, deshalb bin ich froh, dass die Jungs der Feuerwehr mit anpacken", lobte Behrens die Männer in den blauen Jacken und betonte, dass der Zusammenhalt in so einem Ort überaus wichtig sei.

 

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