Haldensleben l Wer in Haldensleben und Umgebung mit Fußball zu tun hat, der kennt Reinhard Schreiber. Der gebürtige Hundisburger ist Diplom-Sportwissenschaftler und -pädagoge mit der Spezialisierung Fußball und verantwortlich für den Haldensleber DFB-Stützpunkt an der Lindenallee. Dieses Trainingszentrum hat er schon zu DDR-Zeiten aufgebaut. "Ich habe dabei meine Liebe entdeckt, etwas zu entwickeln. Und das sehe ich für Haldensleben genauso", erklärt der Bürgermeisterkandidat.

Seit 1982 hat Reinhard Schreiber das CDU-Parteibuch, tritt zur Bürgermeisterwahl allerdings als Einzelbewerber an. Auch wenn ihn seine Partei nicht als Kandidaten nominiert hat, so möchte er seine Ambitionen nicht zurückstecken. "Irgendwo ist es schon eine Trotzreaktion", gibt Schreiber zu. "Aber vielmehr geht es mir darum, das umsetzen zu wollen, was ich mir auch als möglicher CDU-Kandidat vorgenommen hatte."

Frischen Wind möchte er ins Rathaus bringen, an- packen, gestalten. "Nicht so viel reden, einfach tun - das ist mein Motto", sagt er. Sowohl seine sportlichen als auch beruflichen Kontakte und Erfahrungen würden ihm dabei helfen. Seine Brötchen verdient Schreiber im unternehmensberatenden Bereich für klein- und mittelständische Betriebe. "Ich kenne also die Materie in den Betrieben, und vom Sport her arbeite ich sowieso viel mit Menschen zusammen." Ein Pfund, mit dem er gern wuchern möchte. "Es ist wichtig, bei Entscheidungsfindungen so viele Leute wie möglich mitzunehmen. Und das unabhängig davon, ob sie in der Stadt oder in den Ortsteilen leben. Haldensleben muss zusammenwachsen, aber unter der Wahrung der ortsteiltypischen Besonderheiten", betont er. Die Integration aller Bevölkerungsschichten und Glaubensrichtungen ist ihm dabei genauso wichtig wie der Ausbau und die Vernetzung des gemeinschaftlichen Zusammenslebens. "Mein Ziel ist die Verbesserung der individuellen Lebensqualität", so Schreiber.

Er weiß aber auch, dass ein Bürgermeister allein kaum etwas bewegen könne. "Ich gehe davon aus, dass ich mich auf die Mitarbeiter im Rathaus verlassen kann. Sie machen einen guten Job, sonst wäre Haldensleben nicht da, wo es heute steht", ist er überzeugt. Arbeit sieht er vielmehr im Stadtrat. "Hier müssen wieder Fairness und Sachlichkeit einziehen. Persönliche Differenzen sind da fehl am Platze", wünscht er sich.

Neben seiner Arbeit als Vereinsvorstand des ISV Althaldensleben, als DFB-Stützpunktleiter, als Mitglied im Stadtrat und im CDU-Stadtverband sowie seine Aktivitäten bei den Alten Herren, wo der 60-Jährige nach wie vor dem runden Leder nachjagt, liegt ihm in seiner Freizeit ein Projekt besonders am Herzen. "Es ist nun schon das fünfte Mal, dass ich ,Olln lebt` organisiere", erzählt er. Spaß mache es ihm immer noch. "Noch mehr Spaß macht es aber, wenn viele dabei mitmachen und maximal Spaß, wenn alle mitziehen." Das möchte der Vater zweier erwachsener Töchter auch auf die weitere Entwicklung der Stadt übertragen.