Nähert man sich Hillersleben, dann sind die Türme der Kirche schon aus großer Entfernung zu erkennen. Doch die Kirche in ihrer heutigen Form ist erst vor gut 150 Jahren errichtet worden. Einzelheiten dazu hat Hobbyhistoriker Gerhard Wallbaum herausgefunden.

Hillersleben l Gerhard Wallbaum ist oft unterwegs, um in Archiven etwas über Hillersleben herauszufinden. Über den so genannten Restaurationsneubau der damals teilweise eingestürzten Kirche hat er einige interessante Details ausgegraben.

"Von der königlichen Regierungin Magdeburg bestand bereits im Jahr 1855 die Absicht, den Restaurationsneubau der ehemaligen Klosterkirche Hillersleben durchführen zu lassen. Dazu wurde am 8. Juli 1855 ein Hauptkostenanschlag vom Baumeister in Neuhaldensleben erstellt. Die finanziellen Mittel sollten überwiegend aus dem Patronatsfonds der königlichen Regierung sowie aus freiwilligen finanziellen Beiträgen kommen", schreibt Gerhard Wallbaum in seinem Bericht.

Doch weder 1855 noch in den Folgejahren wurde das Bauvorhaben begonnen. Erst 1860 gab es durch die Regierung erneut die Absicht dazu. Angestrebt wurde jetzt ein Baubeginn im Frühjahr 1861. Davon wurde der Landrat des Kreises Neuhaldensleben in einem Schreiben unterrichtet.

"Grundlage bildete der 1855 erstellte Hauptkostenanschlag", schreibt Gerhard Wallbaum weiter, "nach dem davon abgeleiteten Kostenanschlag des Neuhaldensleber Baumeisters vom 10. August 1860 belief sich die veranschlagte Bausumme für die Errichtung der beiden Türme zunächst auf 2300 Taler. Der aus dem Patronatsfonds der königlichen Regierung zu leistende Beitrag hatte zunächst die Summe von 7321 Taler und 18 Silbergroschen. Somit ergaben sich für den Bau der beiden Kirchtürme und der Kirche Kosten in Höhe von rund 10000 Talern."

Bei den Hillerslebern herrschte große Freude über den Restaurationsneubau ihrer Kirche. Das machte der damalige Dorfschulze und Ackermann Heinrich Strumpf damals deutlich: "Weil dieser Bau und die Art der Ausführung für die hiesige Kirchengemeinde wichtiges Interesse hat."

Die königliche Regierung nahm den Bautermin aber noch einmal zurück und informierte darüber den Landrat Nathusius in Neuhaldensleben. Grund sei die Erschöpfung des Bauetats für das Jahr 1861.

Im Frühjahr 1862 begann dann der Bau wirklich, der 1863 abgeschlossen werden konnte. Die Hillersleber leisteten viele freiwillige finanzielle Beiträge und Spanndienste für ihre Kirche. Zu den Bauausführenden gehörten die Maurermeister Hartwig und Nitsche aus Neuhaldensleben sowie die Zimmermeister Schultes aus Neuhaldensleben und Arnstedt aus Erxleben.