Eine praktische Ausbildung haben Junghelfer und ihre Betreuer des Technischen Hilfswerkes des Ortsverbandes Haldensleben in Calvörde absolviert. Die Jugendlichen lernen mit der Einsatztechnik umzugehen.

Calvörde l "Wir nutzen das schöne Wetter für eine Ausbildung im Freien. Das Thema ist heute Pumpen. Das heißt, die Junghelfer lernen, wie die Technik funktioniert, um zum Beispiel einen überfluteten Keller leer zu pumpen oder wie man Wasser entnimmt, um ein heißgelaufenes Aggregat zu kühlen", erklärte Michael Bernt, der seit Anfang des Jahres als Jugendbetreuer im Ortsverband des Technischen Hilfswerks Haldensleben im Einsatz ist.

Zur Ausbildung war die Truppe, zu der zur Zeit acht Jugendliche gehören, mit dem Gerätekraftwagen (GKW) der ersten Bergungsgruppe zu einem Graben in der Nähe der Sporthalle in Calvörde ausgerückt. "Das Besondere bei unserer Jugendgruppe und auch beim THW ist, dass die Jugendlichen mit der Technik der Erwachsenen umgehen. Es werden genau die Geräte, die auch sonst bei einem THW-Einsatz genutzt werden, verwendet", erklärte der Jugendbetreuer. Wichtig sei - nach den Ausführungen von Bernt, dass die Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. Das sei zum Beispiel, dass am Gewässer die Schwimmwesten zu tragen sind.

Spielerisches Lernen

Die Junghelfer lernen die Tätigkeiten der THW-Helfer meist spielerisch kennen. Themen sind Holzbearbeitung, Knotenkunde, der Umgang mit Leitern und das Bedienen von Technischen Geräten, wie zum Beispiel Stromerzeuger, Erste-Hilfe, Sandsackverbau und das Retten von Verletzten. Die jungen Helfer kommen aus Haldensleben, Barleben, Zobbenitz und anderen Orten der Region.

"Wir würden uns sehr freuen, wenn sich noch mehr junge Leute finden, die sich bei uns engagieren", sagte Bernt. Mitmachen kann jeder ab dem 10. Lebensjahr - auch tatkräftige Mädchen seien willkommen. "Junghelfer dürfen an den meisten Einsätzen des THW nicht teilnehmen, da sie noch nicht volljährig sind. Mit dem 18. Lebensjahr besteht die Möglichkeit, übergangslos als regulärer Helfer im technischen Zug weiterzumachen", erklärte der Jugendbetreuer.

Besondere Voraussetzungen für Neueinsteiger seien nicht nötig. "Gut wäre ein Interesse für die technischen Sachen, denn das ist unser tägliches Brot", beschrieb Bernt und betonte, dass sich das THW auf keinen Fall als Konkurrenz zu den Brandschützern sieht. THW und Feuerwehr würden sich ergänzen. "Die Wehr ist wesentlich schneller als wir. Das THW kommt zum Einsatz, wenn zum Beispiel die Umstände des Einsatzes größer werden oder eben bei größeren Katastrophen. Der Ortsverband kommt aber auch ohne Katastrophe zur Unterstützung von Einsätzen anderer Dienststellen zum Einsatz.

Der Verband verfügt über einen Technischen Zug, also Fahrzeuge mit technischer Ausstattung und natürlich über THW-Einsatzkräfte. Schwerpunkt in Haldensleben ist die Beleuchtung von Einsatzstellen", schilderte er.

Seit 2010 gehört der 15-jährige Anton Bernt zu den Junghelfern. "Es macht Spaß, mit den anderen etwas zu unternehmen. Außerdem eigne ich mir ein gewisses handwerkliches Können an", erklärte Anton.

Ein Mal im Monat - immer sonnabends -trifft sich die Jugendgruppe. Aber auch Camps finden statt, bei denen gezeltet und der Kontakt zu anderen Jugendgruppen gepflegt wird. Des Weiteren sind die Junghelfer auch beim Kinderfest in Haldensleben am Sonntag, 10. Mai, im Einsatz, um die Arbeit des THW zu präsentieren.

Ein Höhepunkt ist im Sommer der Besuch der Halberstädter Jugendgruppe, die ihr 25-jähriges Bestehen feiert. Dort werden die Haldensleber am Wettkampf mit Hindernisparcours teilnehmen.

Jugendliche können sich bei Michael Bernt unter 0151/56 16 84 10 melden.