Für eine Diskussionsrunde zum Thema "Mobilität und Daseinsfürsorge" ist Landesentwicklungsminister Thomas Webel gestern im Mehrgenerationenhaus EHFA zu Gast gewesen. Außerdem besuchte ein Info-Mobil zur landesweiten Demografie-Woche die Evangelische Sekundarschule sowie den Hagentorplatz.

Haldensleben l "Wir sind im Ministerium für Demografie zuständig. Wir können keine Geburten herbeizaubern. Aber wir versuchen, Denkanstöße zu geben", erklärte Thomas Webel (CDU) zu Beginn der Diskussionsrunde. Genau dieses Ziel verfolgt die Demografie-Woche, die derzeit zum ersten Mal in Sachsen-Anhalt stattfindet. Im Kern stehen dabei sogenannte Regional-Dialoge in fünf Städten. Dabei war Haldensleben gestern die erste Station.

"Es ist wichtig, dass wir das Problem des demografischen Wandels diskutieren", unterstrich der Minister. Immer weniger Menschen müssen immer mehr Menschen ernähren. Alle müssen dabei helfen, dieses Problem zu lösen. Das kann das Land nicht allein." Doch der Minister hatte auch gute Nachrichten im Gepäck: "Früher sind pro Jahr 20 000 Menschen mehr weg- als zugezogen. Im ersten Halbjahr 2014 konnte Sachsen-Anhalt jedoch ein Wanderungsplus von 500 Menschen verzeichnen." Allerdings wies Webel auch darauf hin, dass jede Kommune dem demografischen Wandel auf ihre Weise begegnen müsse: "Wir als Ministerium können nur flankierend eingreifen."

Weitere Teilnehmer der Gesprächsrunde waren: Henning Konrad Otto als stellvertretender Haldensleber Bürgermeister, Pascal Rösener als Schüler der Evangelischen Sekundarschule, Sascha Schlüter vom Europäischen Jugend Kompetenz Zentrum Sachsen-Anhalt "GoEurope", sowie Alexander Puff, der Hoteldirektor des Jagdschlosses Letzlingen. Die Moderation übernahm Alexander Greiner vom MDR.

Beim Thema Daseinsfürsorge machte Henning Konrad Otto deutlich, welche Investitionen die Stadt in den vergangenen Jahren getätigt hat - sei es beim Südhafen, beim Innovationszentrum oder beim EHFA. "Daseinsfürsorge heißt vor allem, die Wirtschaft und die Arbeitsplätze zu betrachten. Wenn wir die nicht haben, brauchen wir über vieles andere nicht reden", so Otto.

Auf die Frage, was ihn in der Region halte, gab auch Pascal Rösener an, dass das vor allem sein Ausbildungsplatz sei. Gleichzeitig gehören zur Daseinsvorsorge aber viele weitere Aspekte - zum Beispiel das Bildungswesen, medizinische Versorgung oder öffentlicher Nahverkehr." Otto machte auch deutlich, dass viele Investitionen maßgeblich durch EU-Fördermittel, zum Beispiel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), unterstützt wurden.

Beim Thema Demografie zeichnete er folgendes Bild: "Die Entwicklung ist in Haldensleben ähnlich wie überall in Deutschland. 2014 standen 300 Sterbefälle 150 Geburten gegenüber." Allerdings sei die Zahl der Zuzüge mittlerweile größer als die der Wegzüge. "Dadurch heben wir uns von den Vorhersagen positiv ab", verdeutlichte Otto.

Zum Programm des Aktionstages gehörte darüber hinaus die sogenannte Demografie-Roadshow. Dafür besuchte ein Info-Mobil zunächst die Evangelische Sekundarschule. Im Rahmen vom Workshops entwarfen die Mitarbeiter zusammen mit den Jugendlichen deren Zukunftsbild von Sachsen-Anhalt. "Dabei ging es unter anderem um die Frage, was junge Menschen in Sachsen-Anhalt halten würde und welche Veränderungen sie sich wünschen", erklärt Andreas Kegler vom Team des Info-Mobils. "Denn die heutigen Schüler sind vom demografischen Wandel am stärksten betroffen, haben durch ihn aber auch gleichzeitig die größten Chancen." Am Nachmittag stoppte das Info-Mobil dann auf dem Hagentorplatz.

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