Ein neues Wappen für die Verbandsgemeinde Flechtingen, mit dem sich alle sieben Mitgliedsgemeinden identifizieren können, soll gestaltet werden. Mitglieder des Hauptausschusses haben sich am Montagabend zum neuen Entwurf im Flechtinger Kurhaus beraten.

Flechtingen l "Die Diskussion zu einem Wappen ist immer sehr emotional, bis man das Richtige gefunden hat", weiß Hubertus Nitzschke (FUWG), Vorsitzender des Hauptausschusses, aus Erfahrung. Im März hat es bereits eine gemeinsame Zusammenkunft des Haupt- sowie des Wirtschafts- und Sozialausschusses zum Thema gegeben. Mit dem ersten Vorschlag des Heraldikers Jörg Mantzsch waren die Ausschuss-Mitglieder überhaupt nicht einverstanden. Damals war auf dem Wappenentwurf ein quadratisches Geflecht über einer Schlangenlinie, die einen Fluss darstellen sollte, abgebildet. Das war den Anwesenden zu starr.

"Jetzt hat Herr Mantzsch uns einen neuen Vorschlag in verschiedenen Varianten geschickt. Alle Varianten sind genehmigungsfähig", erklärte Nitzschke und zeigte auf die vier Banner in verschiedenen Farben und ähnlicher Gestaltung. Unterschiedlich ist der Schildfuß. Dort ist entweder ein blauer Wellenbalken oder der gewellte Schildfuß als Hinweis auf die geografische Lage der Gemeinden an den Flüssen Beber, Aller, Ohre und Spetze sowie des 13 Hektar großen Schloss-Sees abgebildet.

"Mit diesem Wappen könnte man schon leben. Wir haben sieben Mitgliedsgemeinden, die mit den sieben Eichenblättern dargestellt sind. Es ist ein bisschen abstrakt. Man findet nicht alle Symbole der Mitgliedsgemeinden wieder. Das wäre ja auch schwierig, aber die Eicheln symbolisieren den Wald - und Wälder haben wir alle", sagte Burkhard Kuthe (SPD). Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU) gestand, dass er nicht alle Symbole der Mitgliedsgemeinden kenne. Der jetzige Vorschlag sei nach Ansicht von Schliephake nicht schlecht. "Man könnte dort einiges rein interpretieren. Die sieben Blätter für die sieben Mitgliedsgemeinden und die drei Eicheln als Verwaltunsstandorte sind der Nährboden für das Vorankommen der Verbandsgemeinde", sagte Schliephake. Er schlug vor, dass der Heraldiker trotzdem noch einmal an die Arbeit gehen könnte. Jetzt hat es so lange gedauert, da käme es nicht auf ein paar Wochen mehr oder weniger an.

"Ich glaube, irgendwann ist kein Geld mehr da für drei Standorte."

Hagen Friedrichs, Bürgermeister der Mitgliedsgemeinde Beendorf

"Es heißt Verbandsgemeinde Flechtingen. Ich hätte gern aus Flechtinger Sicht etwas im Wappen gesehen. Die drei Eicheln als Standorte sehe ich ganz kritisch. Drei Standorte kosten Geld. Ich hoffe, dass der neue Bürgermeister genau da weiter macht und versucht, ein bisschen zusammen zu ziehen. Ich glaube, irgendwann ist kein Geld mehr da für drei Standorte", sagte Beendorfs Bürgermeister Hagen Friedrichs (CDU).

Dieter Schwarz (FUWG), Bürgermeister der Mitgliedsgemeinde Flechtingen, berichtete, dass selbst der Flechtinger Rat Probleme hat, ein Wappen, indem alle Ortsteile sich wiederfinden, gestalten zu lassen. Im Flechtinger Bannerentwurf sei das Schloss präsent. Aber auch zu diesem Wappen sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen.

Auch Gerhard Jacobs (CDU) meinte, dass der neue Entwurf schon viel besser und entwicklungsfähig sei. Er fragte, was der Gemeinde die Anfertigung des Wappens kosten würde. "Das Wappen kostet, mit allem was dazu gehört, etwa 1400 Euro", sagte Hauptamtsleiterin Kerstin Peters. "Wir lassen unsere Eindrücke noch etwas sacken. Vielleicht kann der Heraldiker uns noch einen weiteren Vorschlag präsentieren. Da kann sich auch der neue Bürgermeister mit in die Diskussion einbringen", schlug Nitzschke vor.