Landkreis Börde l Nach der Ausschreibung in der Presse gingen beim Lions Club Ohrekreis insgesamt 27 Anträge ein - soviel wie noch nie seit der Clubgründung vor elf Jahren. Zwar freut sich der Vorstand über die große Resonanz, musste aber diesmal deutlich mehr Anfragen als in den Jahren zuvor ablehnen. "Das tut uns sehr leid, aber für mehr als 15 Projekte reicht unser Geld leider nicht. Die Einzelspenden noch kleiner zu machen, wäre auch keine Lösung gewesen", bedauert Lions-Präsident Wolfgang Werner. Insgesamt spenden die Lions rund 7450 Euro.

Wie es die Satzung vorschreibt, werden Projekte und Vorhaben in den Sparten Sport, Kunst, Kultur, Bildung und Erziehung, Jugendarbeit sowie Denkmalschutz unterstützt. Zudem wird erneut besonderes soziales Engagement gewürdigt. Wer wieviel Geld bekommt, wurde im Vorstand gewissenhaft geprüft, lange diskutiert und dann der Mitgliederversammlung vorgeschlagen. "Es gab keinerlei Einwände, auch weil erneut Vorhaben ausgewählt wurden, die dem Gemeinwesen dienen und für eine breite Öffentlichkeit von Nutzen sind", so der Lionspräsident.

Nach diesen Prämissen wurde zum Beispiel der Antrag des Fördervereins "Historische Klosteranlage und Klosterkirche Hillersleben" ausgewählt. Es geht um die Restaurierung des letzten erhaltenen Epitaphs, eine sehr aufwendig gestaltete Grabplatte für den letzten Amtmann der Klosterkirche aus dem Jahr 1689. Dafür spenden die Lions 1900 Euro, die mit Abstand größte Einzelsumme in diesem Jahr. Dass die Lions damit die Gesamtkosten für die Restaurierung übernehmen, damit hatte Renate Jacob vom Förderverein der Klosterkirche überhaupt nicht gerechnet. "Das ist ja großartig", entfuhr es ihr, als sie die Nachricht erhielt. Die Kirche in Hillersleben zählt zu den frühesten Klostergründungen in Mitteldeutschland und wurde 1993 in die Straße der Romanik aufgenommen. Die Grabplatte, die nun in Auftrag gegeben werden kann, dürfte bald wieder ein Hingucker für Besucher sein.

Viele Jugendprojekte erhalten Spendengelder

Viel Geld wurde erneut für Jugendprojekte ausgegeben. So bekommt der Landfrauenverein Holli Holler in Bebertal 300 Euro für ein Projekt zum Thema Filzen, mit dem Kindern und Jugendlichen das alte Handwerk nähergebracht werden soll. Das Bildungs- und Freizeitzentrum in Wolmirstedt kann sich über 400 Euro für Ballfangnetze, die für die offene Jugendarbeit benötigt werden, freuen. 500 Euro sind für die Anschaffung eines Beamers für Schülerlesungen der Wolmirstedter Bibliothek vorgesehen. Das Trommelprojekt der Diesterweg-Grundschule wird mit 300 Euro unterstützt. Damit können die Jungen und Mädchen künftig auf richtige Trommeln hauen. Bislang mussten dafür umgestülpte Papierkörbe herhalten.

Die Grundschule Samswegen muss sich für dieses Jahr keine Sorgen mehr um die Schülerfirma "Crazy-Kids - verrückt nach Energie" machen. Die Lions übernehmen die Bezahlung des AG-Leiters.

Traditionell bekommen die Kreismusikschule, das Holzhaustheater Zielitz und das OK-Live-Ensemble Barleben-Wolmirstedt Zuschüsse. Die Kreismusikschule kann eine neue Trompete im Wert von rund 400 Euro kaufen, die kleinen Mimen in Zielitz bekommen 600 Euro für Bühnenpodeste, die im neuen Theater benötigt werden. Die Spielstätte wird im Herbst eröffnet.

OK-Live bekommt 800 Euro für die Anschaffung neuer Kostüme und Requisiten für die beiden neuen Programme und einen Zuschuss für den Jugendaustausch mit Vietnam. Außerdem übernimmt der Club für ein langjähriges Mitglied, deren Eltern den Monatsbeitrag nicht mehr aufbringen können, die Kosten für ein ganzes Jahr. Ebenfalls zugestimmt wurde zwei Anträgen aus Barleben. Der Weisse Ring, der gemeinnützige Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten, bekommt 250 Euro für eine Bilddokumentation im Rahmen der Präventionsarbeit.

Und der DRK-Ortsverein kann für 550 Euro ein Wasser-Rettungsbrett anschaffen, was laut dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Bernd Bergemann für die jährlichen Schwimmtage mit Behinderten am Jersleber See hilfreich ist. "Damit wollen wir besonderes soziales Engagement würdigen", sagt Wolfgang Werner.

Erstmals unterstützt wird der Theater- und Kulturverein Burgstall, der für die 440 Euro ein Veranstaltungszelt anschaffen kann. Ein Zuschuss in Höhe von 200 Euro geht an den Förderverein des Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasiums in Wolmirstedt für die Festbroschüre zum 20. Jahrestag der Schule und das Kreismuseum in der Ohrestadt bekommt 420 Euro für neue Bilderrahmen.

Das von den 26 Lions gespendete Geld stammt ausschließlich aus Spenden der Mitglieder, Benefizveranstaltungen wie dem Kabarettabend in Wellen oder dem Glühweinverkauf auf dem Weihnachtsmarkt in Barleben und dem alljährlichen Bäumepflanzen der Lions. Entsprechend der internationalen Grundsätze der Lions kommen alle Einnahmen des Vereins bis auf den letzten Cent der Allgemeinheit zugute.

Rund 1,3 Millionen Mitglieder sind in den 45 000 Clubs in mehr als 100 Ländern der Erde organisiert und engagieren sich dort für ihre Mitmenschen. Allein in Sachsen-Anhalt gibt es mehr als 30 Lions Clubs. Im Landkreis Börde sind es insgesamt vier.