Weferlingen (mb/cbo) l Der Saal im Haus der Generationen und Vereine in Weferlingen brodelte. Die Fans jubelten, klatschten begeistert mit, sangen mit, standen immer wieder auf und blieben schließlich einfach stehen.

Die Musik von "City" verband mehrere Generationen im Saal. Und so hatte der Titel des neuesten Albums "Für immer jung" doppelte Bedeutung, denn ihre Musik ist noch genauso jung wie vor mehr als vier Jahrzehnten, als City durchstartete.

Da machte es nichts, dass Toni Krahl witzelte, City habe wohl unter Realitätsverlust gelitten, als sie den Titel ausgewählt hätten. Aber schließlich hätten sie sich auch als Wetterpropheten versucht, denn "es ist immer noch Sommer bis kommenden Mai." Zumindest am Konzerttag schien die Sonne.

Selbstironisch erzählte der Frontmann der Band von einer gemeinsamen Tournee mit Karat und den Puhdys. Karat sind 40 Jahre alt, City 43, und die Puhdys hätten aufgehört zu zählen, scherzte er.

Als dann 14 Musiker auf der Bühne standen, habe es schon sehr nach "betreutem Musizieren" ausgesehen. Und bei den After-Show-Partys hätte man sich vielleicht doch mal gewünscht, dass ein Betreuer dabei wäre, nahm er sich und seine Musikerkollegen humorvoll auf die Schippe.

Toni Krahl (Akustikgitarre und Gesang), Georgi Gogow (Geige und Bass), Fritz Puppel (Akustikgitarre), Manfred Hennig (Keyboard) und Klaus Selmke (Schlagzeug) brillierten auf der Bühne - stimmungsvoll mit Kerzenkandelabern zu beiden Seiten. Sie gingen gewissermaßen mit ihrem Publikum auf Tuchfühlung, ganz wie in einer großen (musikalischen) Familie.

City tischte unplugged Titel verschiedenen Alters und verschiedener Stile auf. Nicht nur eigene Lieder erklangen, sondern beispielsweise auch "Sind so kleine Hände", wobei Toni Krahl als später Vater eine amüsante Schilderung eines Elternabends vorausschickte.

Krahl erinnerte auch an viel zu früh verstorbene großartige Kollegen wie Herbert Dreilich und Tamara Danz, der er ein Lied widmete. Er beeindruckte unter anderem mit leisen Tönen. Auch bei "Nachts in meinen Träumen", dem Titel mit einem "kleinen Übersetzungsfehler", stellte er das unter Beweis. Erinnerungen bei vielen im Saal wurden wach bei "Wand an Wand", einer Hommage an die DDR-Wohnungsbauserie WBS 70, wo "dieselben gelben Nelken welken von den Wänden".

Die Post ging ab, als die Fans lautstark einstimmten oder gar alleine sangen bei "Wir singen einen Rock´n´Roll" oder aber bei "Was sollen wir trinken?"

Diese Frage übrigens klärte später die Weferlinger Kirschkönigin Celina, die den Musikern nach dem Konzert Weferlinger Tropfen kredenzte. Ob das für die After-Show-Party genügte, ist nicht bekannt.

Als zum Schluss eines gelungenen Konzertabends "Am Fenster" erklang, gab es kein Halten mehr.

Doch das war noch nicht der endgültige Abschied, nach dem Konzert nahmen sich die fünf Musiker Zeit für ihre Fans, um Autogramme zu geben, um sich mit den Fans fotografieren zu lassen und einfach, um mit ihnen zu erzählen.

Der MTV Weferlingen konnte einen erfolgreichen Abend verbuchen. Am Montagabend gab es für die Organisatoren vor Ort noch einmal ein dickes Dankeschön samt Lob im Weferlinger Ortschaftsrat. Es sei nicht nur ein gelungener Abend gewesen, schwärmte Ortsbürgermeister Hans-Werner Kraul, sondern zeige auch, dass Weferlingen durchaus als kulturelles Zentrum bestehen könne und das Haus der Generationen und Vereine dafür eine hervorragende Kulisse böte. Das einhellige Fazit: "Gern wieder."

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