Die Demonstration der Wedringer für eine Ortsumgehung und die damit verbundene Sperrung der B71 im Ort wird keine Eintagsfliege bleiben. Am vergangenen Freitag hatten 320 Demonstranten die Ortsdurchfahrt teilweise blockiert.

Wedringen l Das Organisationsteam der jüngsten Demo in Wedringen für eine Ortsumgehung ist begeistert. "Wir möchten uns bei all jenen bedanken, die sich die Zeit genommen haben, mit uns auf die Straße zu gehen", sagt Sigrid Arnstedt im Namen der Organisatoren, zu der neben ihrer Familie auch Ortsbürgermeister Martin Feuckert und Steffen Kapischka gehören. Besonders erfreut ist sie, dass auch viele Nicht-Wedringer die Aktion mit ihrer Teilnahme unterstützt hätten und dass viele Familien mit ihren Kindern gekommen seien, die mit selbstgemalten Plakaten auf die Situation in Wedringen aufmerksam gemacht haben.

Diese Resonanz bestärkt die Organisatoren darin, solch eine Aktion künftig zu wiederholen. "Das kann nur der Anfang gewesen sein. Wir müssen weiter den Finger in die Wunde legen", so Sigrid Arnstedt. Daher sei es durchaus denkbar, dass in vier Wochen schon die nächste Demonstration über die B71 führt.

Für den ersten Planungsabschnitt der Ortsumgehung B71n vom Ortsausgang Haldensleben bis einschließlich der Wedringer Ortsumfahrung hat im Rahmen des Planfeststellungsverfahren am 15. Januar ein Erörterungstermin stattgefunden. Zum Abschluss des Verfahrens kann derzeit aber noch keine Aussage im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalt getroffen werden. Allerdings besteht für dieses Jahr durchaus noch die Möglichkeit, mit Abschluss des Planfeststellungsverfahrens Baurecht für die Ortsumgehung B71n zu erhalten.

Unklar ist jedoch weiterhin die Finanzierung der Ortsumgehung. Das Vorhaben ist im aktuellen Bundesverkehrswegeplan (BVWP), der im Jahr 2003 genehmigt wurde, im vordringlichen Bedarf eingestellt. Doch der Plan wird derzeit neu aufgestellt, das Bundesverkehrsministerium nimmt die Bewertung der Projekte aller drei Verkehrsträger (Straße, Schiene, Wasserstraße) vor. Diese Arbeiten sollen bis zum Frühherbst 2015 abgeschlossen sein und dann mit den einzelnen Vorhabenträgern erörtert werden. Für den Referentenentwurf des BVWP 2015 soll sich dann ein öffentliches Konsultationsverfahren anschließen.

Die abschließende Entscheidung über die Neubau- und Erweiterungsprojekte im Bundesfernstraßennetz und die Priorisierung der Einzelvorhaben wird im Rahmen der Verabschiedung eines neuen Fernstraßenausbaugesetzes und damit eines neuen Bedarfsplans für die Bundesfernstraßen vom Deutschen Bundestag getroffen. Einen Termin gibt es dafür jedoch noch nicht.