Im Vorfeld der Stichwahl zum Haldensleber Stadtoberhaupt hat die Volksstimme den beiden Kandidaten Regina Blenkle (FUWG) und Henning Konrad Otto (parteilos, für die CDU) sechs Fragen gestellt. Heute antworten sie auf die Frage: "Wie können Asylbewerber in Haldensleben weiter integriert werden?".

Regina Blenkle: Die Aufnahme von Flüchtlingen und Asylbewerbern obliegt dem Landkreis, deshalb werde ich die Kreisverwaltung des Landkreises Börde unterstützen. Menschen, die aus Kriegs- und Krisengebieten zu uns kommen, die in ihrer Heimat politisch verfolgt und gepeinigt wurden und bei uns Schutz suchen, brauchen mehr als eine Unterkunft und ein geregeltes Asylverfahren. Auch sie sind Einwohner unserer Stadt. Hierbei wird es meine Aufgabe sein, eng mit der Integrationsbeauftragten sowie dem Fachdienst Soziales des Landkreises Börde zusammen zu arbeiten, um gute Bedingungen für die Flüchtlinge zu schaffen. Eine Ist-Aufnahme aller Hilfsangebote ist hier notwendig, um zukünftige Hilfsangebote und -bedarfe zu decken. Weiterhin wünsche ich mir eine gute Zusammenarbeit mit der Wobau Haldensleben und der Gemeinschaftunterkunft Haldensleben. Grundsätzlich halte ich die konzentrierte Unterbringung von Asylsuchenden in großen Gemeinschaftunterkünften wie Harbke und Haldensleben für falsch. Eine dezentrale Unterbringung in allen Städten und Dörfern unseres Landkreises ist anzustreben. Als Mitglied im Kreistag werde ich mich dafür einsetzen, dass die Aufnahme der Asylbewerber in allen Einheits- und Verbandsgemeinden unseres Landkreises gleichmäßig nach einem noch zu erarbeitenden Verteilungsschlüssel erfolgt. Die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt werde ich im Vorfeld umfassend informieren, denn so lassen sich auch politisch sensible Themen vermitteln - Ablehnung entsteht oft aus Mangel an Einbeziehung.

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Henning Konrad Otto: Der Status von Asylbewerbern muss unverzüglich geklärt werden. Die Verfahrenszeiten sind viel zu lang. Dafür sind allerdings die staatlichen Stellen zuständig. Als kreisangehörige Stadt sind wir da außen vor. Diejenigen Menschen, die als anerkannte Asylanten oder Flüchtlinge dauerhaft bei uns leben dürfen, müssen schnell unsere Sprache erlernen und am Leben in unserer Stadt teilhaben können. Hier sind wir als örtliche Gemeinschaft gefordert. Als Träger der Kindertagesstätten und Grundschulen achten wir daher z.B. darauf, dass die Kinder möglichst gleichmäßig auf alle Einrichtungen sowie Familien auf Wohnungen in der Stadt verteilt werden. Wir sollten jegliche Ghettobildung verhindern und den betroffenen Menschen so gastfreundlich und nachbarschaftlich begegnen, wie jeder von uns aufgenommen werden möchte, der in einer vergleichbaren Lage wäre. Sich für die Herkunft und die tatsächliche Lage der einzelnen Menschen persönlich zu interessieren ist hilfreich, nicht hingegen, düstere oder rosafarbene Vorurteile zu pflegen. Nach meinem Eindruck sind in unserer Stadt viele Bürger und Vereine in diesem Sinne vorbildlich tätig. Daran könnten sich manche ein Beispiel nehmen, die kluge Ratschläge geben, aber selbst nur reden.

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