Erxleben l Mit einem Scheck über 8000 Euro ist Ortskurator Volker Stephan im Namen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz aus Stendal nach Erxleben gekommen. Diese finanzielle Unterstützung soll für die Notsicherung des Daches von Schloss II zum Einsatz kommen. Dabei geht es um die Dächer über dem Südflügel von Schloss II.

"Zugegeben, für eine solche Baustelle ist das kein großer Betrag, aber im Rahmen unserer Möglichkeiten möchten wir als Stiftung die Sicherungsmaßnahmen gern unterstützen", sagte der Kurator bei der Übergabe an Erxlebens Bürgermeister Gerhard Jacobs und an Bauamtsmitarbeiterin Ulrike Bortfeldt von der Verbandsgemeinde Flechtingen.

Vor 20 Jahren, zwischen 1995 und 1997 stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz schon einmal Mittel für Restaurierungsarbeiten für das Erxleber Schloss zur Verfügung.

Mehrere Generationen der Familie von Alvensleben, in deren Regie das Schloss einst mit Leben erfüllt worden war, hatten sich zur Übergabe eingefunden.

Die Wasserburg lässt sich bis in die Anfänge des 12. Jahrhunderts zurückverfolgen. Hier hatte das Adelsgeschlecht derer von Alvensleben, eine der ältesten und bedeutendsten Familien in der Region, seinen Hauptwohnsitz. Schloss I wurde von der weißen Linie, Schloss II von der schwarzen Linie der Familie bewirtschaftet. Zum Komplex gehört auch die Schlosskirche aus dem 16. Jahrhundert mit dem angrenzenden Hausmannsturm.

"Ein solches Ensemble wie hier findet man nicht mehr so oft, darum lohnt sich ein Erhalt auf jeden Fall", sagte Volker Stephan. Was ihm dringend fehle, sei eine Nutzung für das Schloss II, denn der jahrelange Leerstand gebe das stolze Gemäuer zunehmend dem Verfall preis. Eine daraus resultierende, mangelhafte Bauunterhaltung hätte zum Dacheinfall und zu Feutigkeitsschäden in den Dach- und Deckenkonstruktion des zweiflügeligen Gebäudes geführt.

"Ein Mensch, der seine Kulturdenkmäler zerstört, ist wie ein Mensch, der sein Gedächtnis zerstört."

Stiftungskurator Volker Stephan

In einem Hilferuf hatte sich die Gemeinde Erxleben als Verantwortungsträger auch an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gewandt, denn die Auflage der Denkmalschutzbehörde, eine Notsicherung der Dächer des Südflügels vorzunehmen, kann die Gemeinde allein nicht erfüllen. Die akut-schlechte Haushaltslage gibt diese Maßnahme nicht her. Darum sollen nun die Fördergelder helfen.

Der Bürgermeister sieht allerdings insbesondere auch das Land Sachsen-Anhalt in der Pflicht. "Es ist leicht, sich mit Auflagen zu Wort zu melden, dann aber gänzlich aus der Verantwortung zu ziehen", machte Gerhard Jacobs auf die prekäre finanzielle Situation nicht nur seiner Gemeinde aufmerksam.

Für solche Maßnahmen fehle es den Kommunen einfach an finanzieller Ausstattung, zumal man bei den Bürgern kaum Verständnis dafür finden werde, dass Ruinen auf Vordermann gebracht werden, während andere, dringendere Vorhaben wie an Kindergärten oder Straßen auf der Strecken bleiben. "Die Umlagen steigen, die Zuweisungen sinken, woher sollen da noch Gelder kommen", so Gerhard Jacobs.

Gleich mehrfach drückte Volker Stephan sein Bedauern darüber aus, dass es keine Nutzung für die stolze Anlage gebe.

"Ein Mensch, der seine Kulturdenkmäler zerstört, ist wie ein Mensch, der sein Gedächtnis zerstört", mahnte der Stiftungskurator trotz der schwierigen Situation einen pfleglichen und sorgsamen Umgang mit historischen Kulturgütern wie der Erxleber Schlossanlage an.