Im Vorfeld der Stichwahl zum Haldensleber Stadtoberhaupt hat die Volksstimme den beiden Kandidaten Regina Blenkle (FUWG) und Henning Konrad Otto (parteilos, für die CDU) sechs Fragen gestellt. Heute antworten sie auf die Frage: "Wie wollen Sie sich als Bürgermeister/in weiter für die Jugendarbeit einsetzen?"

Regina Blenkle: Der Slogan "Besser bleiben" suggeriert, alles ist super. Das sehen die Kinder und Jugendlichen mit denen ich sprach anders. Fabian Damerau, der mich bei der Stichwahl unterstützt, sagte: "Die Jugendlichen müssen Haldensleben verlassen, wenn sie was erleben wollen". Kino, Freibad, Disko, schnelles Internet und WLAN möchten sie.

Die Jugendlichen sind verärgert, weil ihre Bandproberäume in der Hafenstraße gekündigt wurden, und ein geplantes Wahlforum für Jugendliche nicht stattfindet, weil die Stadt keinen Raum zur Verfügung stellt.

Aber was macht eine Stadt für Kinder und Jugendliche lebenswert? Meine Vorstellungen dazu sind nicht mehr zeitgemäß. Da hilft nur, sich selbst einzugestehen, dass dieses Thema nur von denen bearbeitet werden kann, die es betrifft, den Kindern und Jugendlichen selbst. Die Kinder- und Jugendpolitiker der Stadt Haldensleben gibt es seit 2004, sie wurden jedoch nie in Entscheidungsprozesse einbezogen, das möchte ich ändern. Deshalb wünsche ich mir einen Jugendstadtrat der die Interessen der Kinder und Jugendlichen gegenüber dem Stadtrat, der Verwaltung und der Öffentlichkeit vertritt und Anregungen, Kritik und Fragen in die kommunalpolitische Diskussion einbringt.

Wir müssen den Jugendlichen echte Beteiligung, echte Entscheidungsmöglichkeiten und echte Verantwortung gewähren und abverlangen. Junge Menschen sind die Zukunft unserer Stadt, sie sind Expertinnen und Experten in eigener Sache, wissen genau, wie sie ihr Umfeld und ihre Zukunft gestalten wollen.

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Henning Konrad Otto: Fördern und Fordern! Junge Menschen stecken voller Ideen und Tatkraft. Aufgabe des Bürgermeisters ist es vor allem, den nötigen Raum zu schaffen, in dem sich Jugendliche ausprobieren und beweisen können. Zugleich müssen sie lernen, für ihr Handeln verantwortlich zu sein und Rücksicht zu nehmen, wenn andere unnötig oder vermeidbar in ihrem Leben beeinträchtigt werden.

Ob "Blade Biker Night", "Mountainbike-, Dirt- und Trial-Strecke", "Khepera" oder Wünsche Jugendlicher, eine städtische Schulsportanlage außerhalb der Schulzeit nutzen zu dürfen - derartiges habe ich immer unterstützt oder Hindernisse bei der Verwirklichung aus dem Wege geräumt. Dies werde ich weiterhin tun.

Daneben wird es mit mir die gewohnte finanzielle (über 136000 Euro jährlich allein für die Jugendclubs, die nicht in städtischer Trägerschaft stehen) und sächliche Unterstützung der Jugendeinrichtungen geben; und weiterhin immer ein offenes Ohr für Jugendliche, die ein Anliegen haben, verbunden mit der Bereitschaft, dort beständig zu helfen, wo ein Bürgermeister helfen kann. Für mich gilt diese Haltung selbstverständlich auch für die zahlreichen Vereine in unserer Stadt, in denen sich die meisten Kinder und Jugendlichen betätigen sowie bestens betreut und gefördert werden!

Eins aber wird es von mir sicher nicht geben: "Ne Kiste Bier für Jugendliche und `n Platz, wo sie abhängen können", wie dies meine Mitbewerberin wiederholt gefordert hat.

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