Das Altstadtfest ist Haldenslebens größte Veranstaltung. Doch auch der jährliche Verlust wächst. Abhilfe soll erneut eine Lotterie schaffen. Aber diese Entscheidung ist nicht unumstritten. In unserer Leserumfrage wollen wir herausfinden, wie Sie sich die Zukunft des Festes vorstellen.

Haldensleben l Drei Tage Party im gesamten Zentrum: Keine Frage, das Altstadtfest ist beliebt. Auch nach der Auflage im vergangenen Jahr zogen sowohl Besucher als auch Händler eine zufriedene Bilanz. Die Zahlen im Hintergrund sorgten jedoch für Katerstimmung - und monatelange Diskussionen.

"Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben klafft zu weit auseinander", brachte es Renate Schmidt, Abteilungsleiterin für Kultur, Fremdenverkehr und Soziales, auf den Punkt. Und nicht nur das - die Schere öffnet sich jedes Jahr weiter. Knapp 185 000 Euro hat das Altstadtfest 2014 gekostet, soviel wie nie zuvor. 123 000 Euro musste die Stadt aus ihrem Haushalt beisteuern. Das sind knapp 19 000 Euro mehr als 2013 und sogar 72 000 Euro mehr als 2012.

Einlass-Modell braucht viele freiwillige Helfer

Dafür gibt es zwei Ursachen. Zum einen wurden unter anderem Bühnentechnik, Künstler und Strom immer teurer. Auf der anderen Seite bereiten aber vor allem die Einnahmen Kopfschmerzen. Sie lagen zuletzt bei 56 177 Euro. Wie soll es nun weitergehen? Auf diese Frage gab es zahlreiche Vorschläge. Einer davon lautete, das Altstadtfest nur noch alle zwei Jahre stattfinden zu lassen. Eine andere Idee bestand darin, einen bestimmten Tag oder eine Bühne wegzulassen beziehungsweise mit einem anderen Sender als Radio Brocken zusammenzuarbeiten.

Ganz besonders intensiv wurde die Lotterie diskutiert. Die ersetzt seit 2013 den Eintritt, offiziell Kulturbeitrag genannt. "Für die Kassierung des Eintritts brauchte es über 200 Menschen. Wir hatten zunehmend Probleme, diese Plätze zu besetzen", so Renate Schmidt. Darüber hinaus kam es an den Einlasskontrollen immer wieder zu unschönen Szenen, weil einige Gäste den Eintritt nicht bezahlen beziehungsweise das entsprechende Eintrittsbändchen nicht anlegen wollten. Nicht zuletzt musste der Stadthof Absperrungen errichten. Das sorgte wiederum für einen Mehraufwand.

Lotterie-Einnahmen liegen unter den Erwartungen

Alldem sollte die Lotterie einen Riegel vorschieben. Durch sie wurde der Besuch des Altstadtfestes kostenlos. Trotzdem hoffte die Stadt auf verlässliche Einnahmen. Schließlich gab es als Hauptpreis jeweils ein Auto zu gewinnen. Aber dieser Plan scheiterte. Zwar war das Altstadt gut besucht. Aber sowohl 2013 als auch 2014 blieb der Losverkauf weit hinter den Erwartungen zurück.

50 000 Euro hätte die Lotterie 2014 bringen sollen. Tatsächlich waren es rund 26 600 Euro. Nach Abzug der Lotteriesteuer und diverser Unkosten blieb ein Reinertrag von etwa 2550 Euro.

Sozialausschuss für Eintritt, Hauptausschuss dagegen

Der Kulturausschuss der Stadt stimmte deshalb dafür, die Lotterie einzustellen und zum Eintritt zurückzukehren. Danach hätten die Fraktionen des Stadtrates dafür sorgen sollen, dass genügend Helfer an den Einlassstellen bereitstehen. Auch bei einer Online-Befragung der Stadt stimmten die meisten Teilnehmer für das Eintritt-Modell.

Doch ein gewisses Unbehagen blieb, zumindest bei einigen Stadträten. "Was mich bewegt, ist die praktische Durchführung", erklärte beispielsweise Roswitha Schulz (Linke) während einer Sitzung des Hauptausschusses. In dieser Hinsicht habe sie "große Bauchschmerzen".

"Ich stehe auf dem Punkt, dass wir es noch einmal mit der Lotterie versuchen sollten", sagte Haldenslebens Bürgermeister Norbert Eichler während derselben Sitzung. "Wir sollten verstärkt an Betriebe herantreten, Lose als Geschenk für ihre Mitarbeiter oder Geschäftskunden zu kaufen. Wenn es dann nicht funktioniert, müssen wir zum Eintritt zurückgehen oder uns etwas ganz anderes überlegen." Dieser Einschätzung schloss sich der Hauptausschuss an und kippte damit die Entscheidung des Kulturausschusses.

Auf Antrag der Bürgerfraktion wurde das Thema dann noch einmal im Stadtrat besprochen. Auch hier sprach sich die Mehrheit der Mitglieder für eine dritte Lotterie-Runde aus.

Abstimmung ist auch im Internet möglich

Damit steht der Plan für das Altstadtfest 2015 fest. Doch spätestens, wenn die Einnahmen erneut hinter den Erwartungen zurückbleiben sollten, wird es neue Diskussionen geben.

Deshalb möchten wir heute von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wissen, was in Ihren Augen das Beste ist. Soll die Lotterie fortgesetzt werden? Soll die Stadt zum Kulturbeitrag zurückkehren? Oder soll das Altstadtfest verkleinert werden, um auf diese Weise auch die Verluste zu bremsen?

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit! Dazu können Sie einfach auf dem nebenstehenden Coupon die entsprechende Antwort ankreuzen. Anschließend schicken Sie den Coupon bitte an die Adresse Volksstimme, Vertriebsmarketing, Bahnhofstraße 17, 39104 Magdeburg, zurück. Das geht auch per Fax unter der Rufnummer 0391/599 95 33. Einsendeschluss der Befragung ist der 20. Mai.

Zeitgleich läuft unsere große Leserbefragung auch im Internet. Dort finden Sie sie unter der Adresse www.volksstimme.de/leserbefragung. Ende Mai werden wir die Ergebnisse der Umfrage dann veröffentlichen.