Was sich in vielen Krankenhäusern bundesweit bereits etabliert hat, könnte es auch schon bald in Haldensleben geben. Die "Grünen Damen und Herren" sind ein ehrenamtlicher Unterstützungsdienst in Krankenhäusern, der sich um die Patienten bei Bedarf kümmert. Die Hauptaufgabe ist dabei vor allem den Patienten zuzuhören.

Haldensleben l "Grüne Damen und Herren übernehmen kleine Dienste und Besorgungen für die Patienten, wenn Angehörige fehlen oder verhindert sind", erklärt Verena Wicke-Scheil, Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied des Ameos Kliniken Beirats. Sie hatte zu einer Informationsveranstaltung über die "Grünen Damen und Herren" geladen und ist von dem Konzept des Ehrenamtes überzeugt. Auch hat die Klinikleitung bereits großes Interesse signalsiert.

"Und es ist wirklich eine dankbare Tätigkeit, die zwar nicht immer leicht ist, aber bei der man vielen Menschen helfen kann und sie glücklich macht."

Leonore Abend

Zur Unterstützung hatte Verena Wicke-Scheil die "Grüne Dame" Leonore Abend nach Haldensleben eingeladen. Seit 1998 ist sie in diesem Ehrenamt in Halberstadt tätig und berichtete über ihre persönlichen Erfahrungen und die Aufgabenbereiche der "Grünen Damen und Herren". "Die Palette an Tätigkeiten ist groß. Wir lesen vor und hören zu oder begleiten Patienten auf kleinen Wegen, machen Mut und kommen zum Gespräch, wenn es erwünscht ist", erklärt Leonore Abend.

Die "Grünen Damen und Herren" erhalten einen grünen Kittel mit ihrem Namen - damit sind die grünen Helfer auch leicht erkennbar. Auch würden die Anfahrtkosten von den Kliniken übernommen werden. "Wichtig ist dabei natürlich, dass eine gewisse Regelmäßigkeit da ist. Die Ehrenamtlichen suchen sich einen oder zwei Tage in der Woche aus und kommen dann am Vormittag ins Krankenhaus", sagt Abend. Das sei vor allem für die Patienten wichtig, die von sich aus das Gespräch suchen.

Bevor interessierte Helfer starten, werden sie den Mitarbeitern der Klinik vorgestellt und erhalten entsprechende Schulungen. Im Schnitt arbeiten "Grüne Damen und Herren" zwischen zwei und vier Stunden an einem Vormittag. "Und da müssen Sie natürlich nicht von einem Zimmer zum anderen hetzen", so Abend.

Viel wichtiger sei es, sich Zeit für die Patienten zu nehmen, auch wenn das vielleicht bedeutet, dass an einem Vormittag nur ein Patient betreut werden kann. "Und es ist wirklich eine dankbare Tätigkeit, die zwar nicht immer leicht ist, aber bei der man vielen Menschen helfen kann und sie glücklich macht", erklärt Leonore Abend abschließend.

Wer sich weiter zu diesem Ehrenamt informieren möchte, kann sich an das Abgeordnetenbüro von Verena Wicke-Scheil in der Hagenstraße 54a wenden. Weitere Informationen finden Sie auch unter: www.ekh-deutschland.de