Haldensleben (az) l Mit zwei Kranzniederlegungen hat der Kreisverband der Linken gestern an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren erinnert. Zuerst kamen die Teilnehmer am Mahnmal am Alten Friedhof zusammen. Dort gedachten sie der Opfer von Krieg und Faschismus.

"Mit dem 8. Mai 1945, heute vor 70 Jahren, und der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht war der Zweite Weltkrieg in Europa beendet", erinnerte Klaus Czernitzki, der Vorsitzende des Kreisverbandes. "Es war das Ende eines Krieges, der vielen Millionen Menschen den Tod brachte, unzählige verkrüppelte, zu Heimatlosen und Waisen machte." In seiner Rede ging Czernitzki auch auf den Todesmarsch ein, der mehr als tausend Häftlinge nach Isenschnibbe bei Gardelegen führte, wo sie in einer Feldscheune ermordet wurden.

Insgesamt sei die Massenvernichtung mit einer Massenbeteiligung einher gegangen. "Nicht nur die Ränder der Gesellschaft waren es, die die Demokratie mit Füßen traten, sondern auch die Mitte der Gesellschaft", so Czernitzki. Mit Blick auf aktuelle Entwicklungen sagte er: "Diese Mitte gefährdet auch heute die Menschlichkeit und Gerechtigkeit, sie gefährdet gesellschaftlichen Fortschritt, sie macht mobil gegen elementare Menschenrechte. Ich frage mich heute, wie hat es damals angefangen? Und ist das heute wieder ein Anfang?" Anschließend legten die Linken einen weiteren Kranz auf dem Ehrenfriedhof der Sowjetsoldaten nieder.