Osterweddingen (mmt) l Nachdem in der vierten Verhandlungsrunde erneut keine Einigung im Tarifkonflikt erreicht werden konnte, legten bis Mittwoch mehr als 500 Beschäftigte der Post in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen die Arbeit nieder. Am Streik waren auch Beschäftigte des Postzentrums Osterweddingen beteiligt. Von den Arbeitskampfmaßnahmen betroffen waren die Beförderung, der Umschlag sowie die Zustellung von Brief- und Paketsendungen.

"Wir haben den Eindruck, dass mit der zunehmenden Dauer des Tarifkonflikts, die Streikbereitschaft in allen Teilen des Unternehmens wächst" sagte ver.di-Sprecher Andreas Wiedemann. "Die Kollegen zeigen Rückgrat und verleihen so ihrem Unverständnis über die Verweigerungshaltung des Postvorstandes Ausdruck", sagte der Gewerkschafter.

Nach wie vor verweigere die Arbeitgeberseite ein verhandlungsfähiges Angebot zu der seit März auf dem Tisch liegenden Forderung nach einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich von 38,5 Stunden auf 36 Stunden. Anstelle der geforderten Verkürzung biete die Arbeitgeberseite eine Verlängerung der Kurzpausen um 37 Sekunden je Stunde an. Auch umfasse das Angebot eine Verlängerung des Kündigungsschutzes bis 31. Dezember 2018.