Für seine Verdienste um den Sport in Sachsen-Anhalt hat Günther Wadewitz das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten. Bei einer Feierstunde in der Staatskanzlei überreichte Reiner Haseloff die Auszeichnung im Auftrag des Bundespräsidenten.

Haldensleben/Magdeburg l Ob goldene Ehrennadel des Deutschen Tischtennis-Bundes, goldene Ehrennadel des Landessportbundes oder Rolandschwert: Für sein jahrzehntelanges Engagement hat Günther Wadewitz bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Als Krönung ist nun das Verdienstkreuz am Bande hinzugekommen.

Im Auftrag des Bundespräsidenten Joachim Gauck überreicht Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff den Orden. Die Auszeichnung fand in der Staatskanzlei Magdeburg statt. "Es war eine sehr feierliche Veranstaltung", sagt Günther Wadewitz.

Unter anderem ist er der dienstälteste Übungsleiter Sachsen-Anhalts. Aber das ist nicht alles: "Der 90-jährige wurde für sein jahrzehntelanges überragendes Engagement im sportlichen Bereich geehrt. Wadewitz hat sich in hohem Maße um die Entwicklung der Sportlandschaft verdient gemacht", heißt es seitens der Staatskanzlei. "Organisationstalent, Ehrlichkeit und Offenheit haben Ihnen das besondere Vertrauen der Sportlerinnen und Sportler eingebracht. Mit Ihrem mehr als 60 Jahre währenden ehrenamtlichen Einsatz in Sport und Gesellschaft haben Sie sich herausragende Verdienste erworben", betonte Reiner Haseloff. Darüber hinaus hob der Ministerpräsident bei der Ordensübergabe die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements für das Funktionieren der demokratischen Gesellschaft hervor: "Die hohe gesellschaftliche Bedeutung des Ehrenamtes zeigt sich im jahrelangen Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger, die selbstlos und mit großem Einsatz ganz wesentlichen Anteil am Funktionieren unseres Gemeinwesens haben. Um auch für künftige Herausforderungen in der Gesellschaft gewappnet zu sein, ist es notwendig, generationenübergreifend für das Ehrenamt zu werben."

Günther Wadewitz wurde vor 90 Jahren in Morsleben geboren. Die Begeisterung für den Sport begleitet in seit früher Jugend. "Eigentlich wollte ich Sportlehrer werden", verrät der nun Ausgezeichnete. Doch eine Kriegsverletzung machte das unmöglich. Seine Laufbahn begann er als Leichtathlet. Außerdem spielte er Fußball in Nordgermersleben. Doch auch hier beeinträchtigte ihn die Verletzung.

Nach mehreren Umzügen gelangte Wadewitz 1951 nach Haldensleben. Im gleichen Jahr wurde er Übungsleiter Tischtennis bei Empor Haldensleben, heute TuS Fortschritt Haldensleben. Ein halbes Jahrhundert war er Vorsitzender des Vereins. "Tischtennis ist ein Bewegungsspiel. Man braucht ein gutes Auge, muss reaktionsschnell sein und versuchen, den Gegner auszuspielen", erklärt Günther Wadewitz seine Begeisterung.

Darüber hinaus engagiert sich der 90-Jährige seit Jahrzehnten im Tischtennis-Kreisverband und gehörte 1990 zu den Gründungsmitgliedern des Tischtennis-Landesverbandes Sachsen-Anhalt. Mit hohem Zeitaufwand betreut er nach wie vor Mädchen und Jungen seines Vereins als Übungsleiter.

Besonders gern erinnert sich Günther Wadewitz an eine Schülerinnenmannschaft, die er betreut hat. Sie spielte sich bis in die Oberliga. Aufgrund ihres Alters von 12 bis 14 Jahren hätten die Mädchen nicht immer mit den Erwachsenen mithalten können. Sie seien abgestiegen und wieder aufgestiegen. "Das war eine richtige Fahrstuhlmannschaft", erinnert er sich. "Aber es war eine sehr schöne Zeit." Die Spiele hätten sie unter anderem nach Rostock, Berlin, Dresden, Leipzig und Erfurt geführt. Stolz ist er auch auf eine Frauengymnastikgruppe, die er 1990 übernommen hat. Die Trainerin sei damals ausgestiegen. Als Vereinsvorsitzender habe Wadewitz aber nicht gewollt, dass sich die Gruppe auflöst. Noch heute treffen sich die Frauen jeden Mittwoch. "Das ist eine Bombentruppe und es macht mir unglaublich viel Spaß, die Übungsabende zu gestalten."

Von der Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande habe er zunächst nichts geahnt. "Ein Sportsfreund aus der 1. Männermannschaft hat das eingerührt. Bis die Nachricht aus Magdeburg kam, wusste ich nichts. Das war eine totale Überraschung", so Günther Wadewitz.