Dinosaurier, Einhörner oder Riesenschildkröten: Fantasievolle Gestalten haben gestern die Werkstatt des Technischen Denkmals Ziegelei in Hundisburg bevölkert. 600 Gäste waren der Einladung zum Zieglerfest gefolgt. Dabei gab es viel zum Entdecken und Ausprobieren.

Hundisburg l Mit vorsichtigen Handgriffen verleiht Katrin Birdir dem kleinen Nilpferd aus Ton den letzten Schliff. Ringsherum stehen weitere Figuren, die sie mit Hakki und Deniz schon geformt hat. "Ich bin zum zweiten Mal beim Zieglerfest mit dabei, und es gefällt mir wirklich gut. Vor allem für Kinder gibt es viel zu erleben", urteilt die Besucherin.

In vier bis sechs Wochen sind die Ton-Tiere fertig gebrannt. Dann können sie abgeholt werden. Doch das emsige Basteln in der Werkstatt war bei Weitem nicht die einzige Attraktion des diesjährigen Zieglerfestes. Am Stand von Sabrina Schiele konnten kleine Gäste ihr Geschick mit Ausmalbildern sowie beim Flechten ausprobieren. Nebenan wartete das Kinderschminken. Eine riesige Hüpfburg stand bereit. In der Scheune gab es Kaffee und Kuchen. Wer mochte, konnte auch ein frisches Zieglerbrot mit nach Hause nehmen.

"Es ist bereits das 23. Zieglerfest, das vom Landkreis Börde und dem Förderverein des Technischen Denkmals Ziegelei ausgerichtet wird", erklärte Marion Nier, die Leiterin der Ziegelei. Bereits in der Woche vor dem Fest waren Vereinsmitglieder und Mitarbeiter des Landkreises eifrig damit beschäftigt, das Gelände bei einem Frühjahrsputz auf Hochglanz zu bringen und zu dekorieren. "Ohne die Unterstützung des Vereins könnten wir das alles gar nicht schaffen", so Marion Nier.

Neben den zahlreichen anderen Attraktionen stand bei der Veranstaltung natürlich das Technische Denkmal selbst im Mittelpunkt. Bei Führungen konnten Besucher die historische Ziegeleitechnik mit dem Entwicklungsstand des Jahres 1903 hautnah erleben. Dafür wurden einige der Maschinen sogar in Betrieb genommen. Vom Kastenbeschicker bis zum Zickzack-Ofen konnten die Gäste die Abläufe der Ziegel-Produktion genau unter die Lupe nehmen. Wer lieber auf eigene Faust losstromern wollte, konnte mit einem sogenannten Audioguide auf Entdeckungstour gehen.

Zu den besonderen Höhepunkten zählten die Touren mit den historischen Feldbahnen. Auch hierbei war die Zusammenarbeit mit dem Förderverein unersetzlich. "Die Bahnstrecke wird von Vereinsmitgliedern betreut. Zum Glück haben wir echte Eisenbahner dabei", so Marion Nier.

Derzeit habe der Förderverein mehr als 80 Mitglieder. "Wir treffen uns regelmäßig zu Versammlungen, um Programme für das Jahr festzulegen und zu planen, wer wo helfen kann", erklärt die Leiterin der Ziegelei.

Wer das Zieglerfest verpasst hat, braucht übrigens nicht traurig sein. "Besucher können täglich her kommen. Wir haben ganzjährig geöffnet", erläutert Marion Nier. Bis Ende Oktober ist der Besuch auch sonntags von 10 bis 17 Uhr möglich. Außerdem gibt es jeden Mittwoch ein freies Töpferangebot. Mit Blick auf die Berufstätigen findet es von 17 bis 19 Uhr statt. Mehr Infos unter www.ziegelei-hundisburg.de.

 

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