Eine Matschstraße ist auf dem naturnahen Spielplatz der Rätzlinger Kindertagesstätte mit Hilfe von Vätern und Opas entstanden. Auf spielerische Weise können sich die Mädchen und Jungen der Tagesstätte "Drömlingsspatzen" eigenständig und vielfältig dem Element Wasser nähern und viel Spaß dabei haben.

Rätzlingen l Noch braucht die fünfjährige Aurelie Siegling einige Kraft, um der Handpumpe einen ansehnlichen Wasserstrahl zu entlocken. Von der etwas kühlen Witterung lassen sich die Kinder nicht stören. Mit Matschhosen und Gummistiefel ausgestattet waten sie durch den Wasserlauf und haben sichtlich ihren Spaß.

"Natur und Umwelt ist der Hauptschwerpunkt unserer Tagesstätte. Wir wollen weg von diesen vorgefertigten Spielgeräten, damit die Kinder beim Spielen noch ihren Geist anstrengen müssen", erklärt Kita-Leiterin Doreen Pätz. Väter und Großväter hatten geholfen, die Idee umzusetzen. Richtig viel geschafft wurde bei einem großen Arbeitseinsatz. Mit Natursteinen wurde das Areal anlegt, damit das Wasser direkt in den Sand laufen kann. Der Bachlauf wurde geschaufelt und betoniert. Bereits 2014 hatte es einen Schippeneinsatz gegeben, bei dem ein Wasseranschluss gelegt und eine Pumpe installiert wurde.

Erzieherin Susann Grupe ergänzt: "Egal welches Wetter, die Kinder sind immer begeistert, wenn es auf die Matschstraße geht." Während Aurely weiter pumpt, warten ihre Spielkameraden schon gespannt auf das Wasser. Und weil es dem vierjährigen Raffael Preikschas zu lange dauert, packt er mit an. "Da kommt es" ruft einer dem anderen zu und blitzschnell verteilen sich die Kinder an der Matschstraße, um Staudämme zu graben oder Wasserkanäle zu schaufeln. Andere bevorzugen es, mit Backformen frischen Sandkuchen zu backen. "Heute ist Tortenwetter", stellt Aurelie fest. Sobald es wärmer wird, geht es barfuß in den Matsch.

Die Matschstraße ergänzt die Spielmöglichkeiten, denn auf dem Areal gibt es bereits einen Bauwagen mit Utensilien, mit denen die Kinder ganz nach ihrer Fantasie als Bauarbeiter in Aktion sein können. Außerdem gibt es eine Tunnelröhre, die ebenfalls mit Hilfe der Eltern geschaffen wurde. Das Team der Erzieherinnen, zu dem jetzt auch Mirijam Kratzsch gehört, hat noch viele Ideen, um das Gelände weiter zu gestalten.

Aber auch für Handwerker gibt es bei den Spatzen noch viel zu tun. Dringend muss das Dach vom alten Gebäude saniert werden. Dieses Projekt steht bereits oben auf der Prioritätenliste der Stadt Oebisfelde-Weferlingen. Und weil das Geld in der Stadtkasse mehr als nur knapp bemessen ist, hoffen die Mitglieder des Rätzlinger Ortschaftsrates, dass es für ihre Kindereinrichtung eine Förderung durch das Stark-III-Programm gibt.