Schwerstarbeit für die beiden Behnsdorfer Fiesmeier: Ihr üppiges Naturkleid mussten sie in alter Tradition über Stunden tanzend und singend durch den Ort tragen.

Behnsdorf l Mit zwei Fiesmeiern und ihren Gefolgen sind die Behnsdorfer in diesem Jahr wieder ein ganzes Wochenende lang beschäftigt gewesen. In die Rollen des Fiesmeiers schlüpften Andreas Zeimer (der große Fiesmeier) und Sebastian Wirth (der kleine Fiesmeier). Kiloschwere Birkenblattkostüme und prächtige Blumenkronen zu Eichenlaubkränzen hatten sie auf ihrer sonntäglichen Dorfrunde mit sich herumzutragen. Früh um 6 Uhr schon ging es los, um der Hitze auszuweichen, die in diesem Jahr allerdings nicht zu befürchten war. Wer ihre Gesellen werden dürfen, das erkunden die Kinder am Freitag vor dem Feste.

Dann laufen die Kinder in zwei Gruppen um die Wette, wobei jeweils die ersten Zwei an den Türen klingeln und um eine kleine Spende bitten dürfen, während die restlichen Kinder hinter dem Fiesmeier hertanzen. Spenden gibt es meist als Geld, aber in dem einen oder anderen Haushalt werden auch mal Eier oder andere Lebensmittel gereicht. Zur Stärkung der Fiesmeier und seines Gefolges gibt es eine Flasche Bier oder anderes Alkoholisches, weshalb die Dorfrunde immer eine echte Herausforderung für die Fiesmeier darstellt.

Damit die Kostüme hergestellt werden können, braucht es eine ganze Helferschar. Alle Zutaten für das Outfit sammeln die Kinder im Ort selbst, sie erhalten dabei nur ein wenig Hilfe der Erwachsenen. Jeder gibt, was sein Garten gerade so an Grün und Blühendem hergibt. Das alles wird dann zum Sportplatz gebracht und von vielen Helfern gebunden. Das üppige Birkenkleid binden mehrere Männer, unter anderem die beiden Fiesmeier selbst sowie unter anderem Dietmar Schrenke und Carsten Campe. Die Eichenlaubkränze übernehmen Frauen wie Andrea Wirth und Annett Hocke. Die Blumenkrone, die aus allen verfügbaren Blumen besteht, die in den Gärten der Dorfbewohner gerade wachsen, werden von Birgit Plogsties und ihrer Tochter Sarah gebunden, wobei die Kinder die bunten Blumensträuße zureichen. Von dem gesammelten Geld wird das nachmittägliche Kinderfest finanziert. In diesem Jahr war eine Animationstruppe mitsamt Hüpfburg vor Ort.

Dazu gibt es einen kleinen sportlichen Wettkampf mit Büchsenwerfen, Eierlaufen und Wasserbombenweitwurf. Hierbei gewinnen die Kinder alle kleine Spielsachen. Alle Getränke und das Essen ist für die Kinder kostenlos. Nach dem Wettkampf durften die eifrigen Kinder die übrigen Wasserbomben auf Sarah Plogsties werfen und sie damit über den Sportplatz "jagen". Mit dem Riesenspaß klang ein spannendes Pfingstwochenende mit einer mehr als 150-jährigen Tradition in Behnsdorf aus. Dafür, dass der Maibaum wie im vergangenen Jahr in der Freien Nacht nicht wieder gekappt werden konnte und dabei ein Stromkabel beschädigte, hatte in diesem Jahr die Freiwillige Feuerwehr Behnsdorf gesorgt.

Sie hatte vorab den Baum abgebaut und abtransportiert. So blieb es bei kleineren Streichen ohne große Schäden zu verursachen.