Zum wiederholten Male hatte das Haus des Waldes zu einer Mondscheinwanderung durch den Landschaftspark Althaldensleben-Hundisburg eingeladen. Die kleinen und großen Wanderfreunde erkundeten dabei bei Vollmond die Natur.

Hundisburg. Wer am vergangenen Freitag zarte Lichtschimmer im Dunkeln durch den Landschaftspark Althaldensleben-Hundisburg und den angrenzenden Wald huschen sah, war keinen Irrlichtern aufgesessen. Es waren Stefan Heinzel, Leiter des Hauses des Waldes, und seine Mitarbeiter Reinhard Schlimper und Erik Braumann, die mit einer kleinen Laterne eine Besuchergruppe zur Mondscheinwanderung durch die Natur führten.

Künstliches Licht, etwa von Taschenlampen, war unerwünscht. Aber das brauchten die Gäste, zu denen viele Kinder zählten, auch gar nicht. "Heute ist eine Vollmondnacht", erzählte Heinzel. "Es ist zwar so bewölkt, dass wir den Mond nicht sehen werden. Seine Leuchtkraft ist aber so stark, dass er uns mühelos den Weg erkennen lässt."

So geleitete der Erdsatellit die kleinen und großen Besucher sicher vom Hundisburger Schloss durch den Park bis in den angrenzenden Wald hinein. Die Mitarbeiter vom Haus des Waldes, das die Mondscheinwanderungen in jedem Jahr anbietet, machten dabei an mehreren Stationen Halt. Dort brachten sie ihren Gästen viel Wissenswertes zu verschiedenen Themengebieten näher.

"Einerseits ist ja 2011 das internationale Jahr der Wälder", erzählte Stefan Heinzel. "Es geht uns um das Waldkulturerbe", sagte er und verriet viel Wissenswertes über Baum-und Pflanzenarten und besonders über heimische Tierarten. Dafür, dass die Besucher zum Beispiel einen Waldkauz, Wildschweine, eine Dachs oder einen Fuchs hören und in einigen Fällen auch sehen konnten, sorgten die Mitarbeiter der Einrichtung. Die drei Männer führten ihre Gäste gezielt zu abgesprochenen Orten, an denen weitere Mitarbeiter und Teilnehmer des Freiwilligen Ökologischen Jahres bereits auf sie warteten. "Wir haben Attrappen vorbereitet, zum Beispiel die eines Dachses", verriet Heinzel.

Viel Interessantes erzählten die Mitarbeiter natürlich auch über den Mond. Seine Entfernung von der Erde oder seine Größe und Beschaffenheit wurden dabei genauso thematisiert wie der Einfluss, den der Mond schon immer auf das Leben der Menschen hatte. Der Mondkalender spielte in den Ausführungen der Mitarbeiter des Hauses des Waldes genau so eine Rolle wie die besonderen Eigenschaften des Mondholzes, das bei Vollmond geschlagen wird.

Die jüngsten Besucher waren nicht immer so interessiert an so vielen Fakten wie ihre Eltern. Für sie hatten sich die Waldpädagogen extra Spiele und Aktivitäten im Wald ausgedacht. Sich wie eine Fledermaus nur durch Geräusche im Dunkeln zu orientieren, war nur eines davon. Auch Tierlaute erkannten die Kinder und machten Ratespiele, bei denen ihr Tastsinn gefragt war.

Musikalisch ging Stefan Heinzel auf das Liedbuch von Hoffmann von Fallersleben ein, dessen Inhalt der Dichter teilweise im Althaldensleber Landschaftspark geschrieben hat. Mit einem Jagdhorn stimmte Heinzel einige der Stücke an.

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