Über seine Ziele und Pläne informierte am Freitagabend der Ende 2010 gegründete und inzwischen offiziell eingetragene neue "Gemeindeverein Bornstedt (Börde) e.V." die Öffentlichkeit im Bürgerhaus "Angereck". Knapp 30 Bornstedter waren der Einladung gefolgt. Einige von ihnen nahmen gleich die Mitglieds- anträge mit nach Hause.

Bornstedt. "Die Gemeinde Bornstedt ist aufgelöst, was wird aus uns? Wer kümmert sich um das Leben im Dorf und die Geschichte von Bornstedt? Lohnt es sich überhaupt, etwas zu tun, wenn wir von der Einheitsgemeinde Hohe Börde regiert werden? Und wie können wir etwas tun? Wollen wir zusammen noch etwas tun oder beschränkt sich demnächst alles auf einen ¿Guten Tag\' auf der Straße?"

Dutzende Vorschläge

Mit einem Feuerwerk rhetorischer Fragen eröffnete der Vereinsvorsitzende Thomas Grünberg den geselligen Abend bei Bockwurst und Bier im "Angereck". "Geld aus Irxleben wird nicht kommen, wir wollen unsere Gemeinschaft selbst organisieren, nicht in Konkurrenz zur Feuerwehr oder zum Sportverein, wir verstehen uns als Ergänzung und wollen nicht der Ersatz-Gemeinderat sein. Wir sind der Gemeindeverein", erläuterte Grünberg.

Als Ziele haben sich die Vereinsmitglieder die Bewahrung ländlichen Brauchtums und Bornstedter Traditionen auf die Fahne geschrieben, die kulturelle und die dörfliche Identität sollen erhalten werden. Dazu hat der Verein bereits einen prallen Kanon von möglichen Veranstaltungen erarbeitet, die Grünberg den Gästen im "Angereck" vorstellte. "Wir wollen nicht alles auf einmal machen. Es sollen Vorschläge sein, aus denen man den einen oder anderen herauspicken kann", ergänzte Grünberg.

Neben beliebten Veranstaltungen wie dem traditionellen Osterfeuer und dem seit zwei Jahren stattfindenden Weihnachtsmarkt gehören zu den Vorschlägen ein Kinderfest, auch eine 70er-Jahre-Party, ein Schlachtfest, ein Kartoffelfest, ein Oktoberfest sowie ein Frühschoppen auf dem Anger. Auch Wanderungen, Radtouren, Ausflüge in den Steinbruch nach Flechtingen, in den Schacht Morsleben, auf das Gut Detzel oder zur "Gedenkstätte Deutsche Teilung" in Marienborn sind denkbar. Ein Besuch des Dampflokfestes in Staßfurt ist ebenso vorstellbar wie Orgelkonzerte in der Kirche (zusammen mit der Kirchengemeinde), Foto-Ausstellung über die Dorfgeschichte, Handarbeitszirkel. Auch Eishockeyturniere am Stauwehr, Skat- und Spielabende, Chronikabende, Verkehrsschulungen zählen zu dem überbordenden Ideen-Katalog des Gemeindevereins.

Die Pflege plattdeutscher Mundart und die Erforschung der Geschichte von Bornstedt ergänzen die möglichen Angebote.

Grünkohlwanderung

Erste konkrete Veranstatungen bekommen bereits Konturen. Am Sonntag, dem 6. März, geht es auf zu einer Grünkohlwanderung rund ums Dorf. Auch beim Jubiläum "100 Jahre Kirchturmuhr" wollen die Vereinsmitglieder mitwirken. "Wir könnten auch Kontakt zu den zwei anderen Bornstedts in Deutschland aufnehmen, eines liegt bei Potsdam, das andere im Mansfelder Land", meinte Grünberg.

Fast hatte man am Freitag-abend zum Ende des offiziellen Teils das Gefühl, die Gäste fühlten sich erschlagen von der Vielzahl der unterbreiteten Vorschläge. Gemein war allen Anwesenden die Freude an dem, was der Gemeindeverein Bornstedt in nächster Zeit anschieben will. Einige Born-stedter haben bereits ihre Mitgliedschaft signalisiert.

Wer aus zeitlichen oder anderen Gründen nicht Mitglied im Verein werden kann, der hat die Möglichkeit, das Vereinswirken auch mit Spenden zu unterstützen. Ein Spendenkonto hat der Verein bereits eingerichtet: Kontonummer 34 00 00 02 38, BLZ: 81 05 50 00 (Kreissparkasse Börde).

 

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