Reich an Vereinen ist Wegen-stedt, in dem 390 Einwohner zu Hause sind. Insgesamt zwölf Vereine erfüllen das gemeinschaftliche Miteinander mit Leben. Ein Mal im Jahr werden besonders engagierte Wegen-stedter ausgezeichnet und zum "Hirsch" - dem stolzen Wappentier von Wegenstedt ernannt. Mit Hilde Mechau hat zum zweiten Mal eine Frau die die Auszeichnung "Hirsch von Wegenstedt" bekommen.

Wegenstedt. Bei der traditionellen Jahresauftaktveranstaltung bedankte sich Gerhard Reinecke, ehemaliger Bürgermeister von Wegenstedt und Vorsitzender des Bürger- und Heimatvereins, bei engagierten Bewohnern der Gemeinde. "Lassen Sie uns einen Blick auf das alte Jahr werfen und Pläne zum neuen Jahr schmieden", sagte Reinecke und hieß Vertreter der Vereine, der Kirche und Institutionen der Gemeinde sowie Freunde aus der Politik willkommen. Ganz besonders begrüßte er die glorreichen "Hirsche" der vergangenen Jahre.

Reinecke begrüßte im Besonderen die Vertreter der lokalen Wirtschaft, aber auch Unternehmensvertreter, die das neue Kindertagesstättengebäude in Wegenstedt bauen. "Sie haben die schwierige Aufgabe, den ersten Bauabschnitt umzusetzen. Da spielt die Witterung eine Rolle. Wir sind ein wenig im Verzug, aber das stimmt uns überhaupt nicht traurig", sagte er optimistisch. "Wir sind uns sicher, dass wir zum Jahresende das Band zur Einweihung der neuen Kita durchschneiden können."

Zu den Gästen zählten auch Vertreter der zwölf Vereine und der Feuerwehr. "Bei der Feuerwehr geht es nicht nur um Kultur und Pflege von Brauchtum, sondern sie hat die Aufrechterhaltung des Brandschutzes als Aufgabe", sagte Reinecke und bedankte sich für die Einsatzbereitschaft der Brandschützer.

"Wir haben jetzt ein Jahr nach der Gemeindegebietsreform hinter uns. Wir haben es in der Mitgliedsgemeinde Calvörde sehr gut verstanden, uns aufzustellen und so ein gutes Fundament geschaffen", sagte Reinecke als der Ortsbeauftragte und blickte voraus: "Wir haben uns aber auch neue Projekte auf die Fahne geschrieben."

Zu den Vorhaben gehört der Bau der Geschichtswerkstatt. "Es hat schon Arbeitseinsätze gegeben, um das Projekt aktiv mit Leben zu erfüllen. Jetzt wollen wir schauen, dass etwas Vernünftiges daraus wird. Ich bin überzeugt, dass die Geschichtswerkstatt weit über die Grenzen unserer Mitgliedsgemeinde Calvörde hinaus einen Bekanntheitsgrad haben wird", meinte der Ortsbeauftragte.

Als nächsten Höhepunkt kündigte er die Festwoche anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Wegenstedter Kindertagesstätte "Spetzenpie- per" an. Als wohl größtes Fest wird vom 11. bis zum 14. August "700 Jahre Wegenstedt" gefeiert.

Ein Jubiläum feiert auch Richard Eggeling, der seit 60 Jahren musikalisch aktiv ist. Er leitet den Chor und die Blaskapelle des Ortes. Reinecke bedauert, dass Eggeling nicht anwesend war. "Die Ehrung wird nachgeholt. Und auch den Präsentkorb bekommt Richard Eggeling, sobald er aus dem Krankenhaus kommt", versprach Reinecke, zeigte die Urkunde und wünschte baldige Genesung.

"Es ist wirklich anerkennenswert, dass sich so viele Leute hier in Wegenstedt engagieren. Das Ehrenamt kostet viel Zeit und Kraft", weiß Wolfgang Lindner, Calvördes stellvertretender Bürgermeister.

Die Spannung stieg, denn noch vor dem großen Festessen galt es, den "Hirsch von Wegenstedt 2010" zu küren. Vertreter des Bürger- und Heimatvereins hatten engagierte Wegenstedter nominiert. In einer geheimen Wahl wurde klar entschieden, dass Hilde Mechau diese Ehrung erhalten soll. "Hilde Mechau engagierte sich von 1960 an 25 Jahre lang als Dorfklubchefin in Wegen-stedt", lobte Reinecke das Wirken der 86-jährigen und betonte: "25 Jahre - das ist ein Lebenswerk".

"Ich war als Klubchefin nicht allein. Ich hatte eine tolle Truppe, die mir stets zur Seite stand", betonte die Wegen-stedterin, die sich nun mit der goldenen Nadel schmücken darf. Die Urkunde soll die Wohnzimmerwand zieren.