Was mache ich nach der Schule? Wie finde ich den richtigen Beruf für mich? Welche Voraussetzungen und Eigenschaften muss ich für meinen Traumjob mitbringen? Diese und weitere Fragen stellen sich auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Jugendliche.

Von Friederike Ostermeyer

Landkreis Börde. Auf dem Ausbildungsstellenmarkt in der Region hat sich in den vergangenen zehn Jahren viel getan. Gab es noch einst wesentlich mehr Bewerber als Ausbildungsplätze, hat sich das Blatt mittlerweile gewendet. "Tatsächlich ist es so, dass gute Bewerber sogar die Wahl zwischen mehreren Unternehmen und Ausbildungsplätzen haben", sagt Steffen Kellner, Teamleiter Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit. Für die Unternehmen ist das eine völlig neue Situation und eine Folge des demographischen Wandels. Während die Zahl der Ausbildungsplätze über die Jahre ungefähr gleich blieb, sank die Zahl der Jugendlichen erheblich.

"Wer in der Region bleiben will, findet eine Ausbildung"

Zum Vergleich: Für das Jahr 2005/2006 gab es im Altkreis Haldensleben 910 Bewerberinnen und Bewerber auf 361 Ausbildungsplätze. Für das Jahr 2010 wurden nur 425 Bewerbungen losgeschickt - für 334 Stellen. Für Schulabgänger hat diese Entwicklung natürlich Vorteile. So müssen sie, sofern es hier einen Ausbildungsplatz für den gewünschten Beruf gibt, nicht mehr ohne weiteres ihr soziales Umfeld aufgeben.

"Wer wirklich hier in der Region bleiben möchte, Freunde, Familie oder den Sportverein nicht verlassen möchte, der findet hier schnell einen geeigneten Ausbildungsplatz", betont Steffen Kellner. Denn viele Jugendliche, so seine Erfahrung, verlassen nicht immer gern ihr gewohntes Umfeld: "Fallen plötzlich die alten sozialen Strukturen weg, kann das einem mehr zu schaffen machen als man vermutet hätte. Einige brechen dann ihre Ausbildung wieder ab, obwohl sie eigentlich Freude an der Arbeit hatten."

Durch die positive wirtschaftliche Entwicklung stehen auch die Chancen gut, nach der Ausbildung übernommen zu werden. "Die Job-Perspektiven haben sich enorm verbessert. Das typische Klischee, im Osten keinen Arbeitsplatz zu finden, trifft auf unsere Region so nicht zu." Umso wichtiger ist es, die jungen Leute mit attraktiven Angeboten hier zu halten.

"Praktika sind sinnvoll zur ersten Orientierung"

Der Schulabschluss kommt mit großen Schritten immer näher, der Gedanke sich so plötzlich für einen Beruf entscheiden zu müssen, sorgt bei vielen für Unbehagen. Worin bin ich gut? Was sind meine Stärken und Schwächen?, werden sich viele fragen. Kellner rät dazu, Praktika bei unterschiedlichen Firmen zu absolvieren: "Praktika sind sinnvoll zur ersten Orientierung auf dem Arbeitsmarkt. Hier lernt man den Arbeitsalltag kennen und kann sich selbst ein wenig ausprobieren."

So kann man durch ein Praktikum schon eine gute Vorstellung davon bekommen, was bei einer Ausbildung auf einen zukommen könnte. Das verringert erheblich die Gefahr, eine Ausbildung abzubrechen.

Einen ersten Überblick lässt sich auch auf der Internetseite www.planet-beruf.de finden. Das Angebot der Bundesagentur für Arbeit richtet sich speziell an Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse. Dort gibt es Berufswahltests, Erfahrungsberichte, Berufe-Checklisten und allerlei Tipps und Hilfestellungen rund um das Thema Ausbildung.

Wer es lieber persönlich mag, kann einen Gesprächstermin mit den zuständigen Berufsberaterinnen unter der Telefonnummer (0 18 01) 55 51 11 vereinbaren (3,9 Cent/min). Außerdem lohnt es, sich für den Tag der Berufe am 16. März in der Arbeitsagentur Magdeburg anzumelden. Dort werden sich auch Unternehmen aus dem Landkreis Börde vorstellen. Doch trotz guter Ausbildungsmöglichkeiten im Landkreis Börde betont Steffen Kellner, dass ein Schulabschluss nach wie vor eine selbstverständliche Voraussetzung ist: "Ohne Abschluss gibt es keine Ausbildung. Auch achten Unternehmen auf die so genannten Softskills. Das sind Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit oder Verantwortungsbewusstsein. Wer das mitbringt hat die allerbesten Chancen."

www.planet-beruf.de www.tagderberufe.de