68 Frauen, Männer und Jugendliche nahmen am Wochenende die Herausforderung beim Schweineschießen in Rätzlingen an. Als über die Hälfte der Schützen mit Adleraugen ihr Bestes gegeben hatten, waren die Frauen mit ihrer Trefferquote weit vorn. Die Männer versuchten alles, um ihre Ehre als die Superschützen zu retten. Doch wer holte sich am Ende die riesige Siegerkeule?

Rätzlingen. Ein Stück vom Schwein gab es beim Wettschießen im Domizil der Rätzlinger Schützen zu gewinnen. Und weil das Interesse so groß war, wurde gleich an zwei Tagen geschossen. 68 Teilnehmer aus Flechtingen, Oebisfelde, Erxleben, Wegenstedt, Mieste und Rätzlingen zielten über Kimme und Korn.

Schon seit Urzeiten war es ein Instinkt der Männer, im Wald auf die Jagd nach Wild zu gehen. Schließlich mussten sie ihre Sippe ernähren. Beim traditionellen Schweineschießen hatten aber auch die Frauen erfolgreich die Finger am Abzug.

Mit Adleraugen peilten auch die Damen das Ziel an. Nun wird beim Rätzlinger Verein nicht auf freilaufende Wildschweine geschossen, sondern auf Pappscheiben. "Jeder hat zehn Schuss. Die besten Teiler zählen", erklärte Christa Still vom heimischen Schützenverein und zeigte auf den Kühlschrank, der voller Fleisch gepackt war.

"Zum beliebten Schweineschießen laden wir schon seit der Wende ein", erinnerte sich Ralf-Peter Segeler, Vorsitzender des Schützenvereins Rätzlingen.

In den Anfangsjahren hatten die Schützen die Schweine, die als Trophäen geteilt und verteilt wurden, selbst geschlachtet. Heute wird das Fleisch eingekauft. "Schade, dass so wenige Einheimische mitschießen. Es sind mehr die Freunde aus den Schützenvereinen, die von weither kommen und unseren Wettbewerb zu schätzen wissen", sagte Segeler. Der Vereinsvorsitzende blickte voraus: "In diesem Jahr feiern wir das 20-jährige Bestehen unseres Schützenvereins. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Wir sind mächtig am Wirken, denn es gibt viel Arbeit", weiß der Schützenchef und lädt Gäste aus nah und fern ein. Das Jubiläum wird vom 20. bis zum 22. Mai gefeiert.

Die Konkurrenz beim diesjährigen Schweineschießen war groß. Auch treffsichere Gäste aus befreundeten Vereinen waren angereist. Edeltraud und Wilfried Stern aus Flechtingen begleiteten ihren Enkel Dennis Krüger zum Wettbewerb. Und weil sie nun einmal im Schützenheim waren, juckte es auch bei ihnen in den Fingern. Die Großeltern bewiesen zielsicher ihr Können. Andere nutzten den Wettbewerb, um in gemütlicher Runde beieinander zu sitzen, um den köstlichen selbst gebackenen Kuchen der Schützenschwestern zu genießen.

Um die Kaffeezeit kamen schon 52 Schützen zum Abschuss. Die Damen waren scheinbar unschlagbar an der Spitze. "Es ist noch alles möglich", machten sich die Männer gegenseitig Mut.

"Eine ruhige Hand und eine Portion Glück braucht man schon", beschrieb Schützenbruder Hartmut Rettke aus Rätzlingen, der die Teilermaschine bediente, damit präzise genau gewertet werden konnte. "Mit einem Schuss genau in die Mitte zu treffen, das ist die Kunst", erklärte Rettke, während Birgit Eilhardt, Ines Rettke und Isabell Zauske alle Ergebnisse in einem dicken Buch festhielten.

Maria Neubauer schoss sich mit ruhiger Hand letztendlich auf den ersten Platz. Stolz nahm die Oebisfelderin eine große Schweinehinterkeule als Siegertrophäe in Empfang. Steffi Klatt aus Mieste freute sich über den zweiten Platz und gewann Koteletts für das nächste Sonntagsessen. Zielsicher schoss sich Peter Engel auf den dritten Platz. Damit rettete er die Ehre der Männer, die bei diesem Wettbewerb nicht die Nasen vorn hatten.

 

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