Die Zahl der Unfälle auf den Straßen im Landkreis Börde ist im vergangenen Jahr leicht angestiegen. 202 Unfälle gab es im vergangenen Jahr mehr als im Vergleichsjahr 2009. Besonders tragisch: Mit insgesamt 14 Toten gab es vier Getötete mehr als 2009.

Landkreis Börde. Das Ziel, die Zahl der Verkehrsunfälle zu senken, habe die Polizei nicht erreichen können, räumte Armin Friedrichs, Leiter des Polizeireviers Börde, bei der offiziellen Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2010 jetzt in Haldensleben ein. 5 781 Unfälle - und damit 202 mehr als 2009 - gab es im vergangenen Jahr. Hauptursache für den Anstieg seien der harte Winter zu Beginn des Jahres und der frühe Wintereinbruch zum Ende des Jahres gewesen. Aufgrund von Straßenglätte habe es zahlreiche Unfälle gegeben, die allerdings in den meisten Fällen mit Blechschäden endeten. "An manchen Tagen hatten wir 40 bis 50 Unfälle zu verzeichnen", bilanzierte Armin Friedrichs.

Doch es gab im vergangenen Jahr auch eine Reihe von sehr schweren Unfällen. 14 Menschen wurden dabei getötet, 176 Menschen wurden schwer verletzt. Besonders tragisch war etwa der Unfall Anfang Juli auf der B 189 nahe Dolle. Hier lenkte ein Autofahrer seinen Wagen in Selbsttötungsabsicht in den Gegenverkehr und rammte frontal den Wagen einer jungen Mutter, die auf dem Weg zur Arbeit war. Später stellte sich heraus, dass der Mann zuvor seine Frau getötet und in den Kofferraum gelegt hatte. "Hinter all diesen Zahlen steht immer sehr viel Leid", sagte der Polizeichef bei der Pressekonferenz. Daher würden er und seine Kollegen weiterhin alles daran setzen, die Zahl der Unfälle zu senken.

Dies geschehe durch Prävention, aber auch durch Repression wie etwa Geschwindigkeitskontrollen sowie allgemeine Verkehrskontrollen. Im vergangenen Jahr "blitzte" die Polizei im Kreisgebiet 3 534 Stunden und ahndete dabei 21 556 Verstöße, zählte Armin Friedrichs auf. Bei zahlreichen Verkehrskontrollen wurden zudem rund 12 700 Verstöße geahndet, darunter folgenlose Trunkenheitsfahrten, falsches Überholen, Verstöße gegen die Gurtpflicht und einiges mehr.

18- bis 25-Jährige bleiben Sorgenkinder

Gemeinsam mit Verkehrswacht, den Straßenbaulastträgern, dem Landkreis und anderen Partnern werde man gemeinsam nach Möglichkeiten suchen, um die Zahl der Unfälle zu senken. "Die Zusammenarbeit mit den Partnern im Landkreis Börde funktioniert bestens. Demnächst werden wir uns bei der Sitzung der Verkehrsunfallkommission wieder beraten. Dann werden wir auch einen Blick auf die Unfallschwerpunkte legen und schauen, was wir dort ändern können und müssen", so Armin Friedrichs.

Besonderes Augenmerk legt die Polizei indes auch auf eine besondere Altersgruppe bei den Autofahrern: auf die 18- bis 25-Jährigen. Alljährlich ist dies die Altersgruppe, die bei den Unfallzahlen recht häufig vertreten ist. 2 Tote, 39 Schwerverletzte und 148 Leichtverletzte weist die Unfallstatistik 2010 allein in dieser Altergruppe aus.

"Auch wenn es über die Jahre gesehen einen kontinuierlichen Rückgang der Unfallzahlen in dieser Altersgruppe gibt - sie sind und bleiben unsere Sorgenkinder", sagte Armin Friedrichs. Indes sei es schwierig, die Altersgruppe mit Präventionsarbeit zu erreichen. "Vielleicht müssen wir hier andere Wege gehen als bisher", meinte der Polizeichef.

Im Landesvergleich steht der Landkreis Börde bei den absoluten Zahlen jedoch noch recht gut da. Rund 23 000 Unfälle habe es im vergangenen Jahr im Land gegeben. Mit den rund 5 800 Unfällen im Landkreis Börde habe man nur rund sieben Prozent aller Unfälle zu verzeichen - und das bei der Größe des Landkreises, machte Armin Friedrichs deutlich. Dennoch: Bereits zu Beginn des neuen Jahres sind schon zwei Unfalltote zu beklagen. "Wir werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln daran arbeiten, dies zu nivellieren", sagte der Revierleiter.