Erstmals hat die Kreisverwaltung einen Energiebericht über sämtliche Gebäude erstellt, die entweder kreiseigen sind oder von der Kreisverwaltung genutzt werden. Der Bericht soll helfen, Einsparpotenziale zu erschließen. Der Bericht 2009 zeigt, dass bereits viele Anstrengungen unternommen werden, um Energie und Kosten einzusparen. Er zeigt aber auch, dass Preissteigerungen dies immer schwerer gemacht haben.

Landkreis Börde. Den ersten Energiebericht für alle Liegenschaften des Landkreises hat das Amt für Gebäudewirtschaft bei der jüngsten gemeinsamen Sitzung von Sozial- und Wirtschaftsausschuss öffentlich vorgestellt. Das zig Seiten umfassende Werk beleuchtet alle 63 Gebäudekomplexe und 125 Einzelgebäude, die entweder im Besitz des Landkreises sind oder durch ihn genutzt werden.

Der Energiebericht für das Jahr 2009 umfasst dabei unter anderem die Kosten- und Verbrauchsermittlung für Energie und Wasser sowie die Umweltbelastungen und Schadstoffemissionen.

Der Energiebericht 2009 ist der erste Bericht, der sämtliche Gebäude im Landkreis umfasst. Als Vergleichsjahr wurde das Jahr 2006 herangezogen, da in diesem Jahr erstmalig alle relevanten Daten und Kennziffern für die Liegenschaften beider Altkreise vorgelegen haben. Aus dem Bericht 2009 geht hervor, dass der Landkreis durch einige energetische Sanierungen und Modernisierungen Verbräuche und damit auch Kosten einge-spart hat. Indes: Durch die teils immense Preissteigerung der vergangenen Jahre wurde ein Teil der Ersparnisse wieder relativiert. Laut Energiebericht stieg etwa der Preis für Strom in den Jahren von 2004 bis 2009 um 9,68 Prozent, für Fernwärme sogar um 20,54 Prozent sowie für Erdgas um 2,24 Prozent.

"Durch Mittel aus dem Konjunkturpaket II sind viele energetische Sanierungen ab dem Jahr 2009 durchgeführt worden. Es gibt aber noch einigen Sanierungsbedarf an Gebäuden des Landkreises", machte Guido Kambach vom Fachbereich Haustechnik und Energiemanagement im Amt für Gebäudewirtschaft deutlich.

Wie stark sich energetische Sanierungen beim Energieverbrauch auswirken, machte Kampbach an einigen Beispielen aus den Vorjahren deutlich, denn die in 2009 ausgeführten Sanierungen werden erst im nächsten Energiebericht Berücksichtigung finden können. Als Beispiel nannte Kambach etwa die Förderschule in Uthmöden. Sie wurde bereits im Jahr 2007 saniert, bekam eine Wärmedämmung sowie eine neue Heizungsanlage. Selbst unter Berücksichtigung der Preissteigerung ergab sich im Vergleich zum unsanierten Gebäude eine Kostenersparnis von rund 6500 Euro, was einer Einsparung beim Verbrauch von rund 45 Prozent entspricht.

Ähnlich beim Beispiel der Sporthalle der Harnisch-Schule in Wolmirstedt. Auch sie wurde bereits im Jahr 2007 saniert. Dämmung, neue Heizungsanlage und neue Fenster machten sich auch hier beim Energieverbrauch sehr deutlich bemerkbar. Das Amt für Gebäudewirtschaft verzeichnete laut Energiebericht eine Kostenreduzierung von 9 500 Euro, was einer Einsparung von rund 52 Prozent entspräche, so Kambach.

Wie auch erneuerbare Energien durch die Kreisverwaltung genutzt werden, wollte SPD-Kreistagsmitglied Jochen Dettmer wissen. "Gibt es eine Strategie des Landkreises? Ich habe den Eindruck, dass dies bislang eher rudimentär betrachtet wird", fragte Dettmer. Der Einsatz von erneuerbaren Energien, wie etwa Solaranlagen, mache nicht bei allen Liegenschaft des Landkreises Sinn, entgegnete Kambach. "Wir befassen uns sehr wohl mit der Thematik. Es sind auch schon einige entsprechende Anlagen eingebaut worden. So wurde beispielsweise in Wolmirstedt ein alter Ölkessel durch einen modernen Pelletkessel ersetzt. Aber man muss immer im Einzelfall schauen, ob es Sinn macht. Wie hoch sind die Investitionskosten? Wie ist der Standort geeignet? Schließlich reden wir hier über Laufzeiten von 20 Jahren", erläuterte Kambach.

Mit dem Energiebericht 2009 haben sowohl die Kreisverwaltung als auch die einzelnen Nutzer der Liegenschaften nun eine detaillierte Übersicht über Kosten und Verbräuche und können so eventuellen "Energieschluckern" auf die Spur kommen.

Wolfgang Zahn (SPD) wünschte sich in diesem Zusammenhang für die Kreistagsmitglieder eine Schlussfolgerung der Erkenntnisse, um dann bei den Haushaltsberatungen entsprechende Posten einstellen zu können.