576 Mitglieder sind in den 77 Jugendfeuerwehren im ehemaligen Ohrekreis aktiv. Die Nachwuchsfeuerwehrleute wollen am 20. und 21. Mai in Haldensleben dabei sein, wenn die Kreisfeuerwehrverbände Ohrekreis und Börde ihr 20-jähriges Bestehen gemeinsam begehen.

Haldensleben. Auf ein erfolgreiches Jahr 2010 blickte Kreisjugendwart Danny Pachur am Sonnabend in der Delegiertenversammlung der Verbandsjugendfeuerwehr des Kreisfeuerwehrverbandes Ohrekreis zurück. Die Mitgliederzahlen in den Jugendwehren sind leicht gestiegen. 511 Mädchen und Jungen waren 2009 aktiv, 2010 stieg die Zahl auf 576. Allerdings liegen nicht aus allen Jugendwehren die Berichte vor, bedauerte Danny Pachur.

Beträchtlich gestiegen ist die Anzahl der Kinderwehren im ehemaligen Ohrekreis. Gab es 2009 noch 10 Kinderwehren, waren es 2010 schon 18. Insgesamt 50 Betreuer kümmern sich um die 196 Mädchen und Jungen, die schon vor dem 10. Lebensjahr kennelernen, was Feuerwehr bedeutet. Einige der Betreuer hätten sogar eine pädagogische Ausbildung und einige sind außerdem in einer Jugendwehr aktiv, betonte Danny Pachur.

"Die Jugend ist das Rückgrat für uns Alte", stellte Otto Silberborth, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Ohrekreis, fest. "Ihr müsst die Reihen schließen", appellierte er und dankte allen Feuerwehrleuten, die sich um die Kinder und Jugendlichen kümmern. "Die Arbeit in der Feuerwehr ist verdammt schwer und wird als selbstverständlich angesehen", lobte der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Kreissportbundes Ralf Geisthardt. Kreis-Dezernentin Iris Herzig sicherte zu, dass alles für den Feuerwehrnachwuchs im Rahmen der Möglichkeiten im Landkreis getan werde. Sie wünschte allen, mit Spaß dabei zu bleiben, gesund zu bleiben und bei Wettbewerben zu zeigen, was erreicht werden kann.

Zwei große Wettkämpfe hatte die Verbandsjugendwehr im vergangenen Jahr zu bestreiten, im ersten Halbjahr in Wanzleben und im zweiten Halbjahr in Wellen, erinnerte Danny Pachur. Dank Unterstützung von den örtlichen Wehren seien die Wettkämpfe gut gelaufen. Der unbestrittene Höhepunkt 2010 für die Jugendwehren war allerdings das Sommerlager in Günthersberge, an dem über 900 Mitglieder der Jugendwehren aus den Verbänden Ohrekreis und Börde teilnahmen. Ein ähnliches Sommerlager wird für 2012 geplant. Dafür stellte Hans Werner Krebs, Jugendwart aus dem Kreisverband des ehemaligen Bördekreises, verschiedene Varianten vor. Eine davon sieht ein Sommerlager mit zwei gemischten Durchgängen vor.

In diesem Jahr planen die Jugendfeuerwehrverbände Ohrekreis und Börde gemeinsam einen großen Projekttag. Am 19. Oktober wird Belantis, Ostdeutschlands größter Freizeitpark, das gemeinsame Ziel sein. Das sei der Mittwoch in den Herbstferien, erläuterte Krebs. Nur in den Ferien wäre es möglich, dass ausreichend Busse im Landkreis für die Fahrt nach Leipzig gechartert werden können. Und der Mittwoch sei in dem Freizeitpark zudem kostengünstig. Die Jugendwehren sollten beraten und melden, wieviel Teilnehmer nach Sachsen mitfahren wollen. Noch sei aber Zeit für die Feinplanung.

"Das Wir-Gefühl ist entstanden, wir arbeiten gemeinsam daran", stellte Hans Werner Krebs mit Blick auf das Jahr 2010, das "erste gemeinsame große Jahr", fest.

Viele weitere Höhepunkte gibt es für die Kinder- und Jugendwehren im ehemaligen Ohrekreis. Das 20-jährige Bestehen der Feuerwehrverbände Ohrekreis und Börde soll am 20. und 21. Mai in Haldensleben gefeiert werden. Am Sonnabend wird es einen Sternenmarsch geben, an dem auch die Jugendwehren teilnehmen sollen. Am Sonntag ist ein buntes Programm auf der Masche geplant. Einen Grisu-Tag wollen die 18 Kinderfeuerwehren aus dem alten Ohrekreis und 8 Kinderfeuerwehren aus dem Altkreis Börde gemeinsam am Jersleber See begehen. Der Bundeswettkampf findet am 20. Juli in Wanzleben statt. Zum Löschangriff nass treffen sich die Jugendwehren am 17. September im Küchenhorn in Wolmirstedt.

Die Delegierten aus den Jugendwehren hatten am Sonnabend auch einen neuen stellvertretenden Kreisjugendwart zu wählen, da Chris Knuth sein Amt schon vor Monaten niedergelegt hatte. Die Delegierten entschieden sich einstimmig für Robert Jacob aus der Glindenberger Feuerwehr. Der 32-Jährige ist seit 20 Jahren in der Feuerwehr, er engagiert sich als Jugendwart der Wolmirstedter Wehren. Seine stattliche Größe von 1,98 Meter hat ihm den Spitznamen High Tower eingebracht. Mit ihm gäbe es im Wolmirstedter Bereich auch gleich einen Ansprechpartner, freute sich Danny Pachur. Der 34-Jährige, der auch schon im Kindesalter seine Liebe zur Feuerwehr entdeckte, kommt aus der FFW Weferlingen.