An einem langen Tisch hatten 26 Mitglieder aus den drei Ausschüssen der Gemeinde Calvörde einen 41 Seiten starken Haushaltsplan vor sich. Irmelin Schulz, Mitarbeiterin der Kämmerei, hatte die Aufgabe, den Anwesenden das gewaltige Zahlenwerk mit einem Volumen von insgesamt sechs Millionen Euro verständlich zu machen.

Wegenstedt/Calvörde. Die Beratung zum Haushalt stand im Mittelpunkt der Sitzung der drei Ausschüsse der Gemeinde Calvörde im Wegenstedter Bürgerhaus. Irmelin Schulz, Mitarbeiterin der Kämmerei der Verbandsgemeinde Flechtingen, erläuterte den Haushalt 2011, der ein Volumen von 3 927 800 Euro bei den Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt sowie einem Volumen von 2 233100 Euro im Vermögenshaushalt hat.

"Der Haushalt ist durch Mehreinnahmen ausgeglichen. Diese Einahmen stammen aus den Haushaltsjahren 2009 und 2010 aus der Gewerbesteuer und im Vermögenshaushalt aus Fördermitteln für den Ersatzneubau der Kita Wegenstedt und für den Calvörder Sportboothafen. Zuvor hatte die Gemeinde die Mittel für die geförderten Vorhaben vorfinanziert", erklärte Irmelin Schulz.

Zwei große Baustellen hat die Gemeinde Calvörde in diesem Jahr. Das ist zum einen der Ersatzneubau der Kita Wegenstedt, der sich zum größten Teil durch Fördermittel in Höhe von 737 000 Euro finanziert. Etwa 34 900 Euro sind als noch nicht vorhersehbare Ausgaben für die Kita für 2011 eingeplant.

Für den nächsten Bauabschnitt des Calvörder Sportboothafens stehen 319 000 Euro im Haushaltsjahr 2011 bereit. Außerdem ist die Sanierung des Saals in Mannhausen mit etwa 50 000 Euro einge-plant.

Zu den guten Nachrichten gehörte, dass es eine Rückerstattung der Verbandsgemeindeumlage aus dem Haushaltsjahr 2010 in Höhe von 115 000 Euro gibt.

"Bei der Finanzierung der Ein-Euro-Jobber muss die Gemeinde einen Eigenanteil von 20 000 Euro tragen. 2 000 Euro sind für den Einkauf von Kleingeräten vorgesehen. Für die Bewirtschaftung der ehemaligen Turnhalle als Wirtschaftsgebäude sind 5 500 Euro eingeplant.

"Die Feuerwehren wurden an die Verbandsgemeinde abgegeben. Für die Unterhaltung des Grundstücks zahlen wir. Beim Feuerwehrhaus sind Räumlichkeiten an die Rettungsstelle verpachtet. Diese Räume müssen gesäubert werden. Die Kosten stellen wir dann wieder dem Landkreis in Rechnung. Auch für die Dorfgemeinschaftshäuser müssen wir selbst aufkommen. Für Kleinreparaturen sind 5 500 Euro vorgesehen", beschrieb Irmelin Schulz. Auch die Grundschule Wegenstedt wurde der Verbandsgemeinde übertragen. Für Kleinreparaturen wurden 1 000 Euro eingestellt. Im Vermögenshaushalt sind weitere 12 000 Euro zur Verschönerung des Eingangsbereiches der Schule einge-plant.

"Wir haben den Vorteil, dass die Sekundarschule die Sporthalle in Calvörde mitbenutzt. Wir haben dadurch dort Einnahmen von 53 000 Euro und Ausgaben von 62 000 Euro", erklärte die Mitarbeiterin der Verwaltung und ergänzte: "Bei der Kleinsportanlage, die auch durch die Schule genutzt wird, werden Ausgaben in Höhe von 1 700 Euro für die Pflege des Außenbereiches eingesetzt."

Für die Instandsetzung von Gemeindestraßen sind 15 000 Euro vorgesehen. Die Kosten für den Winterdienst sind auf 60 000 Euro begrenzt.

"Wir haben uns sehr bemüht, das Wichtigste zu erfassen", betonte Irmelin Schulz und verlas, dass unter anderem 1 500 Euro für das Eingangstor des Friedhofs in Elsebeck und 9 500 Euro für den Ankauf eines Fahrzeugs für den Wirtschaftshof eingeplant sind.

Im Haushalt vorgesehen sind für Calvörde 17 500 Euro für die Fassade des ehemaligen Amtsgerichts, des Geburtshauses von Wilhelm von Bode, in dem auch der Heimatverein sein Domizil hat. 10 300 Euro hoch ist die Förderung der Fassadensanierung durch das Leader-Programm.

Bei DSL-Förderung ist Gemeinde abgesichert

Auch die Ausgaben für den Breitband-Ausbau sind im Haushalt enthalten. "Wenn wir die Fördermittel von 434 000 Euro für DSL bestätigt kriegen, ist der Anteil der Gemeinde abgesichert", betonte die Verwaltungsmitarbeiterin.

"Sechs Millionen - es geht also um richtig viel Geld. Es können nicht alle Wünsche realisiert werden, aber der Haushalt ist ausgeglichen. Vielleicht ergibt sich im Laufe des Jahres noch die eine oder andere Maßnahme", sagte Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake und ergänzte: "Wir haben nicht nur einen ausgeglichenen Haushalt, sondern einen ausgewogenen, mit dem wir viele Begehrlichkeiten und auch finanzielle Verpflichtungen erfüllen werden." Zustimmendes Klopfen bekam der Bürgermeister für seine Ausführungen.

Gerhard Reinecke, Vorsitzender des Bau- und Wirtschaftsausschusses, lobte den sachlichen Ton der Haushaltsberatung und sagte: "Wenn wir so weiterarbeiten, sind wir gut aufgestellt." Einstimmig wurde der Beschluss gefasst, dass dem Gemeinderat die Empfehlung gegeben wird, die Haushaltssatzung in der vorliegenden Form zu beschließen.