Zu einer kulturhistorischen Wanderung hatte die Archäologische Landesgesellschaft in Sachsen-Anhalt am vergangenen Sonnabend eingeladen. Ungefähr 30 Archäologen und Archäologieinteressierte wanderten unter Führung von Ulrich Hauer, Vorsitzender des Vereins Kultur-Landschaft Haldensleben-Hundisburg und Leiter des Museums Haldensleben, durch den Landschaftspark Hundisburg / Althaldensleben. Dabei gab es nicht nur prähistorische Entdeckungen.

Von Fabian Laaß

Hundisburg. Dass Archäologen und historisch Interessierte nicht zimperlich sind, bewiesen die ungefähr 30 Teilnehmer der kulturhistorischen Wanderung durch den Landschaftspark Hundisburg /Althaldensleben am vergangenen Sonnabend. "Mit so einer großen Anzahl von Teilnehmern hatte ich gar nicht gerechnet. Aber bei so tollem Wetter ist das ja auch verständlich", sagte Ulrich Hauer, Gründungsmitglied der Archäologischen Gesellschaft in Sachsen-Anhalt. Doch bevor es auf die eigentliche Wanderung ging, stellte Hauer den Teilnehmern zuerst das Gelände des Hundisburger Schlosses vor. "Im Mittelalter stand hier eine Burganlage, die unter sechs Burgmännern aufgeteilt war. Jeder hatte hier seinen eigenen Bereich und sein eigenes Haus. Leider sind nur noch wenige architektonische Details übrig, aber diese möchte ich Ihnen gern zeigen", erklärte Ulrich Hauer.

Nach der Inspektion der ehemaligen Burgmannhäuser ging es in den Barockgarten. Nur durch die zahlreichen archäologischen Funde von Mauerresten sei es möglich gewesen, den Barockgarten originalgetreu wiederherzustellen, berichtete Hauer. Die Hundisburger Parkkiesgrube stellte den ersten archäologischen Höhepunkt der Wanderung dar. Dort wurden in den Jahren 2005, 2006 und 2009 Ausgrabungen durchgeführt. "Bei den Grabungen wurden in einem kleinen Bereich 500 Artefakte aus der vorletzten Eiszeit gefunden. In den 120 Jahren zuvor waren es lediglich 100 Spuren menschlicher Besiedlung", berichtete Thomas Weber, Vorstandsvorsitzender der Archäologischen Landesgesellschaft in Sachsen-Anhalt zur Bedeutung des Fundes. Die Grabungsergebnisse werden im April auf der Jahreshauptversammlung der Gesellschaft und auch in der nächsten Museumsschrift der Museen des Landkreises Börde, die im Herbst dieses Jahres erscheint, vorgestellt.

Nachdem ein frühmittelalterlicher Burgwall erklommen war, ging es weiter zum ehemaligen Klostergut Althaldensleben und den Überresten der Althaldensleber Burg. "Wir haben hier im Landschaftspark drei mittelalterliche Burgen auf einer relativ kleinen Fläche. Das liegt daran, dass es hier eine Heerstraße gab", sagte Ulrich Hauer.

Zum Abschluss der vierstündigen und etwa vier Kilometer langen Wanderung wartete noch einmal ein Hindernis auf die Teilnehmer. Von der Beber aus musste der steile Anstieg zurück zum Hundisburger Schloss bewältigt werden. "Jetzt wissen Sie, warum Burgen immer auf einem Berg stehen", scherzte Hauer. Die Wanderer bedankten sich beim Museumsleiter mit kräftigem Applaus und dem Versprechen, auf jeden Fall wieder nach Hundisburg zu kommen. "Ich arbeite seit 30 Jahren in dieser Region und habe heute trotzdem noch viele Dinge erfahren, die mir noch gar nicht bekannt waren", versicherte Thomas Weber.