Westheide/Hillersleben. Ein außerordentlich großes Bürgerinteresse fand die Gemeinderatssitzung der Gemeinde Westheide in der vergangenen Woche im Hillersleber Vereinsheim. Etwa 20 Eltern von Schülern, die die Hillersleber Ohretal-Grundschule besuchen, und das gesamte Lehrerkollegium wohnten der Ratssitzung bei. Stand doch die Haushaltsdebatte auf der Tagesordnung und damit die Frage, ob Mittel für die seit Oktober geschlossene Hillersleber Sporthalle in den aktuellen Haushalt aufgenommen werden.

Sportunterricht in Haldensleben

Bei der ausführlichen und intensiven Haushaltsdiskussion entschieden die Ratsmitglieder schließlich einstimmig dafür, finanzielle Mittel für die Reparatur des schadhaften Hallenparketts in den Haushalt einzustellen.

Seit der Schließung der Sporthalle im Oktober vergangenen Jahres mussten die beiden oberen Klassenstufen der Ohretal-Grundschule für den Sportunterricht nach Haldensleben fahren. Die Kinder der beiden unteren Klassenstufen führten den Schulsport nur notdürftig in den Räumen des Schulgebäudes durch.

Dem Ergebnis der Ratssitzung vorausgegangen waren mehrere Aktionen. So hatten Eltern der Grundschüler einen offenen Brief an die Ratsmitglieder gerichtet, mit der Bitte, sich für die Finanzierung der notwendigen Arbeiten an der Sporthalle einzusetzen. Der Rat hatte das auf einer früheren Sitzung abgelehnt.

Außerdem organisierten die Eltern eine Unterschriftensammlung. Mehr als 400 Unterschriften für den Erhalt der Sporthalle waren Bürgermeister Hartmut Jahn überreicht worden.

Der hatte schon vor einigen Wochen zu einem Lokaltermin alle Gemeinderatsmitglieder in die Sporthalle eingeladen, "um sie für das Thema zu sensibilisieren".

Zu einem weiteren Termin in der Sporthalle kam der Bürgermeister mit einem Prüfer des Technischen Überwachungsvereins (TÜV) und Vertretern einer Fachfirma zusammen. "Hier wurden schon Nägel mit Köpfen gemacht", berichtete Hartmut Jahn, "der TÜV-Fachmann hat nach eingehenden Untersuchungen festgestellt, dass eine Reparatur des Hallenfußbodens sinnvoll ist. Damit konnten wir den Kostenrahmen erheblich einschränken."

Waren ursprünglich 80 000 Euro für einen neuen Hallenfußboden veranschlagt worden, wobei es in der Realisierungsphase noch hätte durchaus teurer werden können, liegen die Kosten für die Parkettreparatur jetzt bei etwa 8 000 Euro. Dazu kommen weitere etwa 2 000 Euro, um Schadstellen im Dach zu reparieren.

Arbeiten dauern noch etwa zwei Wochen

Den Zuschlag für die Arbeiten bekam die Firma Fahrenfeld aus Bülstringen, die dank der Initiative von Ratsmitglied Eckhard König kurzfristig mit den Reparaturarbeiten beginnen konnte. "Abhängig von eventuellen Überraschungen planen wir, in zwei Wochen die Arbeiten abzuschließen", teilte Firmeninhaber Sven Fahrenfeld mit. Wenn dann die TÜV-Abnahme erfolgreich verläuft, können die Hillersleber Grundschüler und die zahlreichen Vereinssportler bald wieder in ihrer Sporthalle trainieren.