Insgesamt 1000 Stunden haben 10 Erzieherinnen aus den Kindereinrichtungen in Ivenrode und Behnsdorf noch einmal die Schulbank gedrückt und ihre Bildung zum Wohle und zur modernen Bildung ihrer Schützlinge auf den neuesten Stand gebracht.

Ivenrode/Behnsdorf. Die so genannte 1000-Stunden-Fortbildung zum Landesprogramm "Bildung elementar" hat Dr. Norbert Vollmer angeleitet, seinen "Schülern" aus Behnsdorf und Ivenrode dabei jedoch sehr viel Freiraum für eigene Ideen und Konzepte für die beiden Kindertagesstätten (Kita) Villa Sonnenschein und Waldspatzen gelassen.

Engagiert und motiviert konnten beide Einrichtungen ihre speziellen Konzepte weiterentwickeln und in verschiedenen Bausteinen an den neuen Bildungsauftrag anlehnen. Sechs unterschiedliche Module wie zum Beispiel rechtliche Grundlagen, fachliche Grundorientierungen, pädagogische Professionalität, Beobachtung, Dokumentation und Evaluation, Erziehungspartnerschaft mit den Eltern und die Gestaltung von Übergängen aus der Sicht der Kinder brachten den Erzieherinnen viele neue Impulse für ihre tägliche Arbeit mit den Jüngsten und deren Eltern.

"Das Kinderspiel birgt alles, was Kinder später in der Schule brauchen", lautete eine von Norbert Vollmers zahlreichen Thesen als Diskussionsansatz. Der Diplom-Lehrer und Doktor der Pädagogik aus Lüchow beobachtet und evaluiert die kindliche Entwicklung in seiner täglichen Arbeit, zum Beispiel als Coach in Eltern-Kind-Zentren. Viele gute Anregungen konnte Sabine Pape, in deren Einrichtung in Ivenrode die Weiterbildung stattfand, mitnehmen. "Wir haben die Gestaltung unserer Räumlichkeiten angepackt, Kinderkon- ferenzen eingeführt, arbeiten am Haus der kleinen Forscher und an den Neuheiten der Muttersprache", fasste die Leiterin der Ivenröder "Waldspatzen" einige Punkte zusammen.

Das Kinderspiel birgt alles, was Kinder später in der Schule brauchen

",Bildung elementar\' war für uns wie ein englisches Buch zu lesen, nur die Worte sind deutsch", blickte "Villa-Sonnenschein"-Chefin Sabine Bode zurück. Jetzt ließe es sich viel leichter damit arbeiten und auf die tägliche Praxis anwenden. Spielzeug raus und Zeug zum Spielen suchen (noch so eine These von Dr. Vollmer) hatten die Behnsdorfer bereits wörtlich genommen - mit erstaunlich positiven Ergebnissen. Es werde jetzt viel genauer beobachtet, wie sich die Kinder verhalten, und dann versucht, daraus eine Lerngeschichte zu entwickeln.

Dass beide Kindertageseinrichtungen in Trägerschaft der Verbandsgemeinde auch voneinander profitierten, soll keine Eintagsfliege gewesen sein. Künftig wollen die Behnsdorfer und Ivenröder Kontakt zueinander halten und den auch auf ihre Arbeit mit den Kindern ausweiten. Künftig wird es in Behnsdorf auch einen Wald- und Wiesentag geben, eine Anregung, die bei den Ivenrödern zum regelmäßigen Plan gehört und nun von den Behnsdorfern aufgegriffen wurde.

Auch Wünsche an den Träger wurden in den Stunden entwickelt. Zum Beispiel solle überlegt werden, so Norbert Vollmer, ob es nicht möglich ist, ab und an mal einen Mann in die Einrichtungen zu schicken, der nicht nur bestimmte "männliche" Tätigkeiten verrichtet, sondern sich dabei auch von vielen kleinen, neugierigen Augen über die Schultern schauen lässt.

Vonseiten der Verbandsgemeinde berichtete Gabi Zimmermann, dass sie das Programm mit großem Interesse verfolgt hätten und ebenfalls Konsequenzen daraus ziehen könnten. So seien für dieses Jahr Laptops, Drucker-, Kopier- und Faxtechnik für die Kitas in den Haushalt eingestellt worden. Beamertechnik und weitere Fotokameras für die Arbeit der Erzieherinnen sollten folgen.

Jetzt erhielten die Teams von Sabine Bode und Sabine Pape ihre Abschlusszertifikate überreicht. Zusätzlich gab es eine Urkunde für beide Kindertagesstätten und die Zusage von Dr. Norbert Vollmer, auch weiterhin bei Fragen Ansprechpartner zu sein.