Im Rahmen der Sitzung des Gemeinderates Calvörde trafen sich am Donnerstag Ratsmitglieder vor dem Velsdorfer Bürgerhaus "Isernhagen" zu einer Ortsbegehung. Siegfried Dörheit, Ortsbeauftragter von Velsdorf, führte die Gäste durch die Straßen von Velsdorf und wusste viel Interessantes über die Geschichte des Ortsteils, in dem 200 Menschen wohnen, zu erzählen.

Von Anett Roisch

Velsdorf. "1998 wurde Velsdorf in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen. 1999 haben wir begonnen, alle Straßen im Ort zu sanieren. Da die Straßen überwiegend Kreisstraßen sind, wurden hier Gehwege und die Straßenbeleuchtung erneuert", berichtete Siegfried Dörheit, Mitglied des Gemeinderates. Dörheit, der in Velsdorf zu Hause ist, zeigte, wie mit der Gestaltung des Dorfkerns der Charakter eines Rundlingsdorfes wiederhergestellt wurde.

"Beim Ausbau der Gehwege haben wir zusätzlich von einem Förderprogramm, einer Vergabe-ABM, profitiert. Die Förderung war zum einen aus den Mitteln der Dorferneuerung und zum anderen über das Arbeitsamt gelaufen. Bei der Durchführung konnten Arbeitskräfte über das Arbeitsamt mit eingesetzt werden. Das war damals eine gute Sache", blickte der Velsdorfer zurück. 1999 wurde auch mit dem Umbau der ehemaligen Gaststätte zum Bürgerhaus begonnen.

"Der Gemeinderat war sich schon zu DDR-Zeiten darüber einig, das einzige gemeindeeigene Gebäude weiterzunutzen", erinnerte sich Dörheit und verwies auf das Dach, Fassade, Fenster und Türen, die erneuert wurden. "Der hintere Aufgang zum Saal war damals nur über eine Holztreppe zu erreichen. Alles wurde umgebaut und umgestaltet", sagte der Ortsbeauftragte und führte die Gäste die neue Treppe zum Dachgeschoss hinauf: "Der obere Teil des Fachwerkes drückte sich schon nach außen, deshalb wurde ein Stahlseil eingezogen, um das Fachwerk zu richten. Das ist auch zum größten Teil gelungen. Dann war das Geld alle."

Erst 2004 erfolgte der Innenausbau des Gebäudes über das Dorferneuerungsprogramm. Gleich zu Beginn 2009 wurde zum Abschluss der Dorferneuerung die Umgestaltung des Platzes vor dem Bürgerhaus durchgeführt. "Früher war auf dem Platz alles Beton, grau in grau", beschrieb Dörheit und zeigte auf die neu angepflanzten Bäume, die heute einen schönen Blickfang bilden.

Der Rundgang ging am Abenteuerspielplatz, der mit Robinienholz und anderen Naturmaterialien neu gestaltet wurde, vorbei und führte zum gemeindeeigenen Sportplatz. Dörheit, der auch der Vorsitzende der SG Velsdorf/Mannhausen ist, schwärmte von der idyllischen Lage des Platzes und von der Schönheit einer uralten Eiche. Weiter ging es zum Schützenheim. Hubertus Nitzschke aus Elsebeck, Mitglied des Rates und des Schützenvereins Velsdorf, erzählte Spannendes aus der über 100-jährigen Geschichte des Vereins.

Nicht ohne Stolz zeigte Dörheit das Baugebiet "Am Stragel", das 1990 errichtet wurde. "Die Gemeinde hat dort 20 Bauplätze geschaffen. 1993 haben die ersten Bauwilligen angefangen, dann ging es Schlag auf Schlag", erzählte Dörheit und ergänzte: "Der Straßenbau erfolgte 2005, da die Gemeinde erst abwarten wollte, bis alle Grundstücke bebaut sind." Begleitet von Hundegebell, denn wohl jeder im Ort hat einen Wachhund, ging es zurück zum Bürgerhaus.

"Velsdorf kann sich sehen lassen", meinte Dörheit abschließend. Dies konnte Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake nur bestätigen: "Velsdorf ist ein Dorf, in dem man gut leben kann. Es gibt einen Sport- und einen Schützenverein, in dem auch viele Menschen aus fast allen anderen Ortsteilen aktiv sind. Diese Vereine leben uns vor, was wir in unserer Entwicklung noch vorhaben, nämlich das Zusammenwachsen der Gemeinde."