Mit dem Einsatz von Ermittlergruppen hat das Polizeirevier Börde im vergangenen Jahr alle ins Auge gefassten Straftaten aufklären können. Die Ermittlergruppen hatten so auch Anteil an der Steigerung der Aufklärungsquote aller angezeigten Fälle von 53,5 Prozent 2009 auf 59 Prozent im vergangenen Jahr.

Haldensleben. Von neun Ermittlergruppen berichteten Armin Friedrichs, Leiter des Polizeireviers Börde in Haldensleben, und Kripo-Chef Eckhard Gluschke bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik für 2010. In allen Fällen hätte die Polizei die Täter dingfest machen können, resümierten beide. Während sich einige Straftaten lokal eingrenzen ließen, waren andere Täter wie beispielsweise in den ersten beiden Ermittlungsgruppen fast im ganzen Landkreis unterwegs.

"BARO" wurde die erste Ermittlergruppe (EG) genannt, die im vergangenen Jahr im Rahmen des Polizeireviers Börde die Arbeit aufnahm. Um Tankstelleneinbrüche ging es dabei. Fünf Tatverdächtige konnten die Ermittler fassen, 46 Straftaten wurden ihnen nachgewiesen. Die Täter hatten Scheiben an Tankstellen eingeschlagen und waren in der Regel in wenigen Minuten mit der Beute, meist mit Zigaretten, verschwunden. Der Gesamtschaden belief sich auf rund 175 000 Euro, berichtete Eckhard Gluschke.

In der Ermittlergruppe "Sporthalle" spürten die Kriminalisten sechs Tatverdächtige auf, die aus sportlichen Einrichtungen Bargeld, EC-Karten und anderes gestohlen hatten. Die Täter hatten zum Teil auch Autoschlüssel ge- klaut, die Fahrzeuge benutzt und die Schlüssel zurückgelegt. 90 Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet, 60 davon kamen zur Anklage.

Um Angriff auf Leben und Gesundheit ging es bei der Ermittlergruppe "Stein". Eine Steinmetzfamilie in Barleben wurde bedroht, auf den Sohn wurde geschossen, eine Person wurde gefesselt.

Die spektakulären Aktionen von Tätern in Flechtingen und Hadmersleben, die sich auf Geldautomaten konzentrier- ten, sind sicher noch in Erinnerung. Die Polizeibeamten der EG "Bagger" ermittelten zwei Tatverdächtige, das Verfahren beim Amtsgericht in Magdeburg läuft.

Eine ganze Straftatenserie hatten die Kriminalisten in der EG "Skimming" aufzuklären. Ausländische Täter hatten Daten von EC-Karten von Bankkunden an Geldautomaten in Haldensleben auf verschiedene Weise ausgekundschaftet. Durch Observation konnten die Beamten drei Tatverdächtige direkt an den Geldautomaten stellen. Ein vierter Tatverdächtiger wurde in Braunschweig festgenommen. Das Verfahren wird in Magdeburg verhandelt, hier handelt es sich um organisierte Kriminalität, erklärte Revierleiter Armin Friedrichs.

Brandstiftungen in Wolmirstedt waren Inhalt einer weiteren Ermittlungsgruppe. Hier konnten die Polizeibeamten einen Feuerwehrmann ermitteln, der die Brände gelegt hatte.

Eine Einbruchsserie beschäftigte die Kriminalpolizisten im Bereich Seehausen. Fünf Täter im Alter von 14 bis zu 23 Jahren richteten bei ihren Streifzügen einen Schaden von rund 350 000 Euro an. Sie waren in verschiedene Häuser wie Umkleidekabinen in Sportlerheimen, in Jugendklubs, Bauhöfe und Ärztehäuser eingebrochen.

Die Umstände eines tödlichen Arbeitsunfalls in Satuelle mussten Polizeibeamte in einer weiteren Ermittlergruppe herausbekommen. Ein Mitarbeiter war von einem Stromschlag getötet worden. Die Beamten stellten fest, dass kein Fehlverhalten des Betriebes vorlag.

Die letzte Ermittlergruppe, die im vergangenen Jahr im Bereich des Polizeireviers Börde ins Leben gerufen wurde, beschäftigte sich mit unterlassener Hilfeleistung. Gegen fünf Personen, dazu gehört auch medizinisches Personal, wird ermittelt. Ein alkoholisierter Mann starb wegen Unterkühlung in einem Hausflur. Niemand hatte sich um ihn gekümmert.