Döhren (cbo). Das Jahr 2010 war für die Freiwillige Feuerwehr in Döhren eher ein ruhiges, konnte Wehrleiter Thomas Matschke in der Jahreshauptversammlung im Dorfgemeinschaftshaus berichten. Die Kameraden mussten nur zweimal zu Einsätzen ausrücken. Als sie am 4. April vom Osterfeuer im Nachbarort kamen, stellten sie fest, dass auf dem Gelände des ehemaligen Flachswerkes Kabel verbrannt wurden. Und am 24. Oktober räumten sie einen Baum, den ein Sturm quer über die Straße nach Grasleben geworfen hatte, aus dem Weg. Dabei ging leider die Kettensäge kaputt, die noch nicht wieder repariert werden konnte.

Mehrmals waren die Wehrleute jedoch zu gesellschaftlichen Anlässen im Einsatz. Am Vorabend des 1. Mai veranstaltete die Wehr das traditionelle Maifeuer. In der Nacht vom 11. zum 12. Juni bauten die Kameraden aus Döhren gemeinsam mit Kameraden aus Mackendorf einen Verpflegungsstand für die Teilnehmer eines Städtelaufs auf, der von Lüneburg nach Köthen führte. Dieser grenzübergreifende Lauf fand zum 20. Mal statt. Mit zwei Traktoren war es auch möglich, ein Banner über den Weg zu spannen, den die Läufer passierten. Viele Einwohner aus Döhren und Mackendorf trafen sich an diesem Abend an der früheren innerdeutschen Grenze. Ende Juni feierten die Döhrener gemeinsam mit den Nachbarn in Seggerde das 125-jährige Bestehen der dortigen Wehr. Im Oktober verlebten die Kameraden einen gemütlichen Abend beim Bowlen in Rätzlingen, und beim Adventsnachmittag des Heimatvereins in Döhren im Dezember übernahmen die Feuerwehrleute den Glühweinstand.

16 aktive Kameraden, drei in der Altersabteilung und acht passive Mitglieder, zählte die Freiwillige Feuerwehr Döhren zu Jahresbeginn. In der Jahreshauptversammlung wurde beschlossen, einen Neubürger als passives Mitglied aufzunehmen.

Für zehnjährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr konnten der Wehrleiter und Bürgermeister Frank Rosburg Ronny Matschke zur Anstecknadel Stufe 1 gratulieren.

In der Diskussion an diesem Abend ging es um spezielle Probleme, die mit der Lage des Ortes direkt an der Grenze zu Niedersachsen zusammenhängen. Als der Baum im Oktober über die Straße nach Grasleben gefallen war, hieß es aus der Leitstelle des Landkreises Börde, die Wehr müsse den Baum nicht wegräumen, denn es handele sich nicht um eine öffentliche Straße. Die Polizei sah das jedoch anders. Wenn die Straße auch nicht neu ausgebaut ist, wird sie doch von zahlreichen Autofahrern aus beiden Bundesländern genutzt.

Elefanten-Rettung

Ärgerlich waren die Döhrener Feuerwehrleute auch darüber, dass die Leitstelle in Haldensleben die Wehr im niedersächsischen Grasleben alarmiert hatte, als am 12. Februar eine Elefantenkuh in Döhren im ehemaligen Flachswerk nicht mehr auf die Beine kam und Hilfe brauchte. Ein Dompteur ist mit seinen drei Elefanten hier im Winterquartier. Erst nach gut zwei Stunden, als auch die niedersächsischen Kameraden mit ihrer Technik nichts ausrichten konnten, wurden die Döhrener Feuerwehrleute alarmiert. Da wurde es für das Tier schon bedenklich, erinnerten sich die Wehrleute. Die Döhrener holten einen einheimischen Landwirt mit seiner Technik und halfen der Elefantenkuh auf die Beine, damit der Tierarzt sie behandeln konnte.

Das Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetz regelt den Einsatz von Wehren auch über Landesgrenzen hinaus, das bestätigte auch der Mackendorfer Ortsbrandmeister Michael Fricke, der mit einigen Kameraden in der Jahreshauptversammlung zu Gast war, dennoch zeigte niemand für die Handhabung in diesem Fall Verständnis.

Zu grenzübergreifenden Hilfeleistungen werden Gespräche auf Ebene beider Landkreise stattfinden, kündigte Bürgermeister Frank Rosburg eine grundlegende Klärung des Problems an.