Am Haldensleber Sana Ohre-Klinikum gibt es seit Neuestem ein zertifiziertes "Prostatakarzinomzentrum". Das neue interdisziplinäre Zentrum betreut Prostatakrebspatienten in allen Stadien fächerübergreifend - von der Diagnostik bis zur Therapie. Dazu haben sich alle an der Behandlung beteiligten Experten des klinischen und niedergelassenen Bereiches zusammengetan. Sie beraten gemeinsam, was für den jeweiligen Patienten am besten ist.

Haldensleben. Das Sana Ohre-Klinikum ist nun eines von insgesamt nur drei Kliniken im Land Sachsen-Anhalt, das sich offiziell als "Prostatakarzinomzentrum" bezeichnen darf. Bisher gibt es solche Zentren nur in Dessau und in Halle.

Die Klinik für Urologie, Kinderurologie und Uroonkologie hat sich nach umfangreicher Vorbereitung erfolgreich in einem aufwändigen Verfahren den strengen Kriterien der Deutschen Krebsgesellschaft und der internationalen Qualitätsnorm der Zertifizierung gestellt. Gestern wurden die Zertifikate nun überreicht.

Das neue Zentrum unter Leitung von Chefarzt Dr. Frank Reiher betreut Prostatakrebspatienten in allen Stadien fächerübergreifend, von der Diagnostik bis zur Therapie. Kernpunkte sind prä- und posttherapeutische Konferenzen.

Mitte 2009 wurde am Haldensleber Klinikum der Entschluss gefasst, dieses Zentrum zu gründen. Hintergrund waren steigende Fallzahlen, erklärte Dr. Reiher. Hier war für den Chefarzt und ärztlichen Direktor klar, dass man sich an die neuen Gegebenheiten anpassen müsse. "Uns war es wichtig, Kollegen aus der Region einzubinden", so der Chefarzt. So entstand ein Netzwerk aus allen an der Behandlung von Prostatakarzinompatienten beteiligten Experten des klinischen und niedergelassenen Bereiches. "Jeder Patient erhält so die besten Chancen im Hinblick auf das Behandlungsergebnis und die Lebensqualität", so Dr. Reiher.

Kooperationspartner aus der Altmark, der Börde, der Landeshauptstadt und dem Umland von Magdeburg arbeiten in dem Zentrum zusammen.

Zu den Partnern gehört die Magdeburger Praxis für Strahlentherapie. Fachärztin Dr. Andrea Köhler zeigte sich gestern "sehr glücklich", dass es zu dem Netzwerk, zum zertifizierten Zentrum gekommen ist. "Hier wird ein Fahrplan für jeden Menschen individuell erstellt. Alle sitzen an einem Tisch und überlegen, was für den jeweiligen Patienten das Beste ist."

"Respekt und Hochachtung" vor der engagierten Arbeit aller Beteiligten zollte gestern Dr. Jens Schick, Generalbevollmächtigter der Sana Kliniken, Region Ost. "Das ist im Konzern einmalig, Sie sind Vorreiter und Vorbild", lobte Dr. Schick mit Blick auf alle Mitarbeiter. Mit mehr als 1 800 Fällen im Jahr sei die Klinik für Urologie, Kinderurologie und Uroonkologie in Sachsen-Anhalt ein wichtiges Zentrum.

Stolz zeigte sich gestern auch Börde-Landrat Thomas Webel. Die Zertifizierung zeige einmal mehr, "hier ist man gut aufgehoben", sagte Webel, der das Sana Ohre-Klinikum als "stabilen Standort" und "in ruhigem Fahrwasser" sieht.

Das Klinikum trägt bereits Qualitätssiegel als "Babyfreundliches Krankenhaus" und "Ausgezeichnet für Kinder".