Haldensleben. Der Februar dieses Jahres war im Osten und Norden relativ kalt, im Westen und Süden jedoch verhältnismäßig mild, meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD). Insgesamt verlief der Monat erheblich zu trocken, die Sonne schien etwas weniger als im langjährigen Mittel.

Deutschlandweit lag die Mitteltemperatur im Februar 2011 mit 0,9 Grad Celsius um 0,5 Grad über dem vieljährigen Klimawert von 0,4 Grad. In Sachsen-Anhalt wich die Durchschnittstemperatur von 0,5 Grad kaum vom Mittelwert von 0,4 Grad ab. Am wärmsten war es in Nordrhein-Westfalen mit einem Durchschnitt von 3,1 Grad.

Ein Drittel weniger Niederschläge als im langjährigen Mittel, das bei 49 Litern pro Quadratmeter liegt, fielen im Februar in Deutschland, nämlich nur 33 Liter pro Quadratmeter. Sachsen-Anhalt war mit nur 19 Litern pro Quadratmeter bei einem Durchschnittswert von 33 Litern pro Quadratmeter das trockenste Bundesland. 19,8 Liter wurden in der privaten Messstation in Döhren gemessen. Sie fielen an fünf Tagen als Nieselregen, Regen und Eisregen und nur 7,3 Liter davon als Schnee. Der Schnee war am 13. Februar auch die größte Tagesmenge. Das nasseste Bundesland war übrigens Hamburg mit 88 Litern pro Quadratmeter.

Die durchschnittliche Sonnenscheindauer in Deutschland hat der DWD für den Februar mit 69 Stunden ermittelt. Der Mittelwert liegt bei 73 Stunden. In Sachsen-Anhalt schien die Sonne 76 Stunden, das sind immerhin 12 Prozent mehr als im vieljährigen Durchschnitt von 68 Stunden.

"Friert\'s im Februar nicht ein, wird\'s ein schlechtes Wetter sein"

Nach überlieferten Bauernregeln muss im Februar klares Wetter sein und möglichst viel Schnee fallen, denn es heißt als Prognose für das weitere Jahr: "Friert\'s im Februar nicht ein, wird\'s ein schlechtes Wetter sein."

"Sankt Blasius (3. Februar) und Urban (25. Mai) ohne Regen folgt ein guter Ernte- segen", sagten unsere Altvorderen. Am 3. Februar war es trocken, der 25. Mai bleibt noch abzuwarten. "Ist\'s an Valentin weiß, blüht um Ostern schon der Reis", heißt eine Bauernregel zum 14. Februar, am Tag vorher hatte es geschneit.

Zum 16. Februar sagt eine andere Regel "Desto nasser der Februar, desto nasser wird das ganze Jahr", am Tag vorher fielen 6,7 Liter Eisregen auf den Quadratmeter. Zum 22. Februar, an dem minus 11 Grad gemessen wurden, wird überliefert: "Ist Sankt Petrus kalt, hat die Kält noch lang Gewalt." Zumindest für die ersten Märztage mit beträchtlichen Nachtfrösten trifft das noch zu.

Wie sah es vor 100 Jahren in der Region aus? Eine Einschätzung für den Winter 1910/1911 gab ein Bericht von der Regenstation Althaldensleben, der am 2. März 1911 im Wochenblatt veröffentlicht wurde: "Dass für das kommende Frühjahr genügend sogenannte Winterfrucht, also Feuchtigkeit, in den Erdboden gekommen ist, beweisen die seit November vorigen Jahres gefallenen Regenmengen. Da der November 65,5, der Dezember 36,2, der Januar dieses Jahres 16,0, der Februar 59,8 Millimeter Niederschlag brachte, also insgesamt 178,5 Millimeter, so ist für dieses Frühjahr mehr Feuchtigkeit vorhanden als im Vorjahre; in letzterem entfielen auf genannte Monate nur 114,6 Millimeter Niederschlag. Dazu kommt noch, dass in diesem Jahr mehr Frosttage zu verzeichnen waren als im Vorjahre, die Feuchtigkeit in dem Erdboden also gebunden blieb. Noch nie sind in einem Monat so viel Sturmtage zu verzeichnen gewesen als im Februar dieses Jahres, auch sind solche bedeutenden Niederschläge im Februar nur etliche Male gefallen und dann nur in Form von Schnee."

"Noch nie sind in einem Monat so viel Sturmtage zu verzeichnen gewesen"

"Mit seinem prächtigen ersten Sonntag hat sich der Februar bestens eingeführt; das war ein Vorfrühlingstag, wie er besser nicht gewünscht werden konnte. Wenn es so weiter geht, wird es nicht mehr lange dauern, bis sich Schneeglöckchen und Krokus zeigen", verkündet das Wochenblatt am 7. Februar 1911. Doch das laue Wetter hielt nicht an.

"Der Winter hat in den letzten Tagen wieder recht deutlich gezeigt, dass er noch immer am Ruder ist. Vielfach hat man wieder wegen des Glatteises streuen müssen", ist am 11. Februar im Wochenblatt zu lesen.

In mehreren Berichten im Wochenblatt, nachzulesen im Kreis- und Stadtarchiv, wird von stürmischen Tagen berichtet. "Der heftige Sturm hat wie überall so auch hier mannigfache Schäden verursacht, besonders in Gärten und Wäldern. So sind im Garten von Frau Gerike einige Birken umgebrochen", schrieb das Wochenblatt am 21. Februar 1911. "Die Mäuse treten auch in hiesigen Getreidefeldern zahlreich auf. Ihre Feinde vermögen der Nager nicht Herr zu werden, auch der Winter hat sie nicht vermindert", war in derselben Ausgabe zu lesen. Am 22. Februar hieß es aus Althaldens- leben, "der heftige Sturm hat auch hier Bäume entwurzelt, auch ein Windmühlenflügel wurde abgebrochen."

In einem Bericht über einen Riesenbrand am 23. Februar in Oschersleben war zu lesen, dass der scharfe Wind das Feuer, das in den Holz- und Fachwerkbauten ausgiebige Nahrung fand, immer weiter anfachte.

Die Auszüge aus dem Wochenblatt sind im Band im Kreis- und Stadtarchiv in Haldensleben nachzulesen.