Einmal im Monat will Hannelore Wiese künftig zu einem Literaturnachmittag ins Dorfgemeinschaftshaus Wedringen einladen. Die Bibliothek konnte Ende des vergangenen Jahres in einen neuen Raum umziehen. Das Dorfgemeinschaftshaus mausert sich immer mehr. Bald soll auch der Vereinsraum fertig sein.

Wedringen. Regale mit Büchern füllen den kleinen Raum im Dorfgemeinschaftshaus. "Ich habe viele Bücherspenden bekommen, die ich noch sortieren muss", sagt Hannelore Wiese. Aber dann reichen die Regale nicht mehr, ist sie sich sicher. Der Förderverein Dorfgemeinschaftshaus wird sich etwas einfallen lassen müssen. Aber darin sind die Mitglieder und Helfer seit Jahren geübt. Sie bauen das große Fachwerkhaus an der Hauptstraße in Eigeninitiative aus. Der Raum, in dem sich jetzt die Bibliothek befindet, war einer der ersten Räume, die überhaupt genutzt werden konnten.

An jedem Montagnachmittag von 15 bis 16 Uhr öffnet Hannelore Wiese die Bibliothek, bietet Leseratten immer neue Lektüre an. Regelmäßig wird in der Stadt- und Kreisbibliothek getauscht. Und wenn jemand einen besonderen Wunsch hat, kann sie in der Regel das Buch aus der Haldensleber Bibliothek auch besorgen. Und so manche Bücherspende erweitert das Angebot in der Wedringer Bibliothek, in der es noch recht neu aussieht.

Bevor die Bücherregale hier aufgestellt wurden, hatten die Mitglieder des Vereins den Fußboden noch einmal abgeschliffen und neu gewachst. Als nächstes soll der Vereinsraum auf dem Flur gleich gegenüber fertigwerden. Die Wände sind im Wesentlichen fertig, sie brauchen aber noch Farbe. Der Fußboden war noch nicht ganz in der Waage, das hinzubekommen, ist kein ganz einfaches Unterfangen. Doch die Mitglieder und Helfer um den Vereinsvorsitzenden Hans-Henning Wiese sind Kummer gewöhnt. Sie haben schon Schlimmeres geschafft. Für die Ausstattung einer kleinen Küchenzeile im Vereinsraum haben sie schon einen Geschirrspüler in Aussicht. Ein Herd wurde bereits gesponsert.

In diesem Raum könnte künftig einmal im Monat ein Literaturnachmittag stattfinden, hat sich Hannelore Wiese ausgedacht, und die Idee ist im Förderverein auch gut angekommen. Lesungen haben bisher viel Zuspruch gefunden. Der Bibliotheksraum aber wäre zu klein für solche Veranstaltungen. Deshalb soll mit der Fertigstellung des Vereinsraums der Startschuss für den Literaturnachmittag fallen. Welcher Termin sich als günstig erweist, soll noch geprüft werden.

Hannelore Wiese will an diesem Nachmittag Bücher vorstellen, die Literaturfreunde könnten sich Bücher aussuchen. Und vor allem: Es ist Zeit, um bei Kaffee und Kuchen das Neueste aus dem Dorf oder manches andere zu erzählen, auch wenn das nicht unbedingt etwas mit Literatur zu tun hat. So viele Möglichkeiten gibt es schließlich nicht mehr, sich im Ort zu treffen. Auch deshalb sind die Mitglieder und Helfer des Fördervereins so unermüdlich beim Ausbau des Fachwerkhauses.

Bis Ende April soll der Vereinsraum fertig sein, dann wird es wieder draußen weiter gehen. Für die Außentreppe, die als zweiter Fluchtweg vorgeschrieben ist, hat der Verein das Geld so weit zusammen, so dass die Treppe in diesem Jahr gebaut werden kann. Zunächst muss das Fundament gesetzt werden. Außerdem sind noch einige Putzarbeiten am Gebäude nötig. Jetzt wird es wärmer, da wird sich auch wieder mehr im und am Dorfgemeinschaftshaus tun. Die Ziele sind abgesteckt.