Vor einer Woche stand die Kreisverkehrswacht im Landkreis Börde vor einem schier unlösbaren Problem. Die Fahrradturniere, die alljährlich an den Grundschulen stattfinden, standen vor dem Aus. Der Grund: Der langjährige Sponsor, der ADAC, drehte überraschend den Geldhahn ab. Keine sieben Tage später aber konnte Entwarnung gegeben werden, war die Kreisverkehrswacht auf der Suche nach neuen Sponsoren erfolgreich.

Ebendorf. Detlef Metze kann sein Glück gar nicht fassen: "Noch vor einer Woche sollte nach fast 20 Jahren mit den Fahrradturnieren, die stets den Abschluss der Verkehrserziehung in den dritten und vierten Klassen an den Grundschulen bildeten, im Altkreis Schluss sein", resümiert der Verantwortliche bei der Kreiswacht für die Fahrradturniere. "Jetzt aber können wir ab April wie geplant durchstarten, den 70 Turnieren steht nichts mehr im Wege."

"Auch, weil unser Aufruf, den wir am 12. März in der Volksstimme gestartet haben, nicht überhört wurde", ergänzt Dieter Frinken, Vorsitzender der Kreisverwehrwacht.

Was war geschehen? Bei dem alljährlichen Treffen mit dem ADAC musste Detlef Metze erfahren, dass Gelder nur noch für ADAC-Ortsgruppen fließen. Das hieß letztlich, der Kreisverkehrswacht fehlten von heute auf morgen 2 500 Euro, um auch weiterhin die Fahrradturniere ausrichten zu können. Jetzt war guter Rat teuer, denn schließlich ging es hierbei um die Ausbildung und Sicherheit von 3 600 jungen Radfahrern.

Also suchte die Kreisverkehrswacht bewusst die Öffentlichkeit, und die Unabhängige Energieberatung "Strom & Gast" GmbH und Co.KG erfuhr davon. Joachim Ott, Geschäftsführer des bundesweiten Unternehmens, kam am Freitag aus Kassel nach Ebendorf, um den Sponsorenvertrag mit Dieter Frinken zu unterzeichnen.

Bei diesem Treffen wurde keine feste Summe vereinbart. Der Geschäftsführer aber versicherte, dass für jeden Vertrag, den seine Mitarbeiter mit dem Unternehmen optimalgrün charity Ökostrom abschließen, 15 Euro als Spende an die Kreisverkehrswacht überwiesen werden. Zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung waren bereits die ersten 182 Verträge unter Dach und Fach und das Spendengeld überwiesen. "Wir werden die Zahlungen gegenüber der Kreisverkehrswacht erst dann einstellen, wenn wir die 1 000 Euro erreicht haben", betont der Geschäftsführer.

Angeschoben hatte diese Hilfsaktion zwischen der Freien Energieberatung und der Kreisverkehrswacht Gisela Haberland. Die Mitarbeiterin des Unternehmens ist in Barleben zu Hause und für Sachsen-Anhalt verantwortlich: "Ich habe den Aufruf in der Volksstimme gelesen und umgehend meinen Chef informiert, der mir auch gleich ,grünes Licht\' gegeben hat."

"Weil ich absolut davon überzeugt bin, dass dieses Spendengeld gut und richtig angelegt ist", betont Joachim Ott nachdrücklich, "denn die Fahrradturniere geben unseren Kindern die Sicherheit, die sie im Straßenverkehr dringend benötigen. Und wenn wir dabei helfen können, dann tun wir das gern."