Der Lindenplatz in Althaldensleben soll neu gestaltet werden. Eine erste Vorplanung wurde während der jüngsten Bauausschusssitzung vorgestellt, an der auch zahlreiche Althaldensleber teilnahmen.

Haldensleben. Der Lindenplatz in Althaldensleben ist mittlerweile unübersehbar in die Jahre gekommen. Deshalb bemüht sich die Stadtverwaltung schon seit Längerem, ihm eine Verjüngungskur zu verpassen. "Seit Jahren schon beantragen wir Fördermittel für eine Neugestaltung, doch bislang erfolglos. Nun sind uns allerdings Fördermittel vom Land in Aussicht gestellt worden, doch das steht alles auf sehr dünnem Eis", machte Stadtbauamtsleiter Ralf Krupp-Aachen während der jüngsten Sitzung des Bauausschusses des Stadtrats deutlich. Vor diesem Hintergrund wurde eine erste Vorplanung erstellt, die im Bauausschuss vorgestellt wurde.

"Der Platz hat zum Teil Hinterhofcharakter, der Brunnen ist außer Betrieb, die Anordnung der Bäume ist wahllos, es gibt eine ungeregelte Parkplatzsituation, und von seiner anspruchsvollen Gestaltung mit Staudenpflanzen ist kaum noch etwas übrig geblieben", beschrieb Planerin Kamila Krzyzanowska das derzeitige Erscheinungsbild. Ihre Planung sieht vor, den Lindenplatz mit "viel Luft" zu gestalten und ihm mit Bäumen wieder eine dreieckige Gestaltung zu geben.

Dafür allerdings muss ein Großteil der Bäume gefällt werden. "Ich bin von den Linden begeistert, aber viele sind so krank, dass sie gefällt werden müssen", sagte die Planerin. Von den insgesamt 45 Bäumen sollen nur sieben erhalten werden, Neupflanzungen werden den Rest ersetzen.

Dass so viele Bäume gefällt werden sollen, konnten nicht alle Althaldensleber, die die Ausschusssitzung als Gäste verfolgten, nachvollziehen und zweifelten das erstellte Gutachten an. Sie befürchten, dass der Platz mit den Neupflanzungen allzu luftig und daher im Sommer nicht mehr genügend Schatten vorhanden sei, um auf dem Platz zu verweilen. Zumal Kamila Krzyzanowska auch Sitzgelegenheiten rund um den zentral angelegten Brunnen plant.

"Der Standplatz wird verbessert"

Eine Aufwertung des Lindenplatzes sei zudem auch nur möglich, wenn die Glascontainer in unmittelbarer Nähe verschwinden würden, waren sich einige Anwohner einig, die den Stellplatz ironisch als den "am besten ausgebautesten" seiner Art in Haldensleben bezeichneten. "Der Standplatz wird verbessert", versicherte Stadtdezernent Henning Konrad Otto. Ihn aber ganz aufzugeben, das sei seiner Meinung nach nicht möglich. "Nur ein Containerstellplatz an der Hundisburger Straße für ganz Althaldensleben ist zu wenig." Zudem habe die Kommune lediglich die Pflicht, einen solchen Platz vorzuhalten. "Für den Zustand ist die Abfallwirtschaft des Landkreises zuständig", betonte Otto.

Auch der Zustand der Häuser an der Anliegerstraße direkt am Lindenplatz müsste unbedingt verbessert werden, hieß es aus den Reihen der Gäste. Doch hier seien der Stadtverwaltung die Hände gebunden, so der Dezernent weiter: "Das ist Privateigentum."

Auf dem umgestalteten Lindenplatz auch einen Spielplatz zu integrieren, lehnten die anwesenden Althaldensleber mehrheitlich ab. Dafür sei Neuhaldensleber Straße zu stark vom Verkehr frequentiert, sahen sie ein Gefahrenpotenzial. Aus diesem Grund wäre es auch nicht möglich, in den geplanten Ruhezonen auf dem Lindenplatz auch wirklich Ruhe zu finden. Doch in Sachen Verkehrssituation machte ihnen Otto wenig Hoffnung auf Besserung. "Solange die Straße eine Landesstraße ist, wird sich nichts verbessern, da sie als solche auch weiterhin vom Schwerlastverkehr genutzt werden kann", unterstrich er. Eine mögliche Entlastung könnte es wohl erst mit der Ortsumgehung B 245 n geben.

Mit rund 830 000 Euro Gesamtkosten rechnet die Stadtverwaltung für die Umgestaltung. 466 000 Euro sind allein für den Platz an sich vorgesehen. Für 63 000 Euro sollen 21 neue Parkplätze - bislang sind es 15 - gebaut werden. 100 000 Euro werden in den Ausbau der Anliegerstraße investiert, weitere 200 000 Euro sind für den Ausbau der Straße am Lindenplatz vorgesehen. "Wir hoffen dabei auf Geld aus dem Stadtumbau Ost. Ohne diese Fördermittel ist das Projekt nicht zu realisieren", erklärte Ralf Krupp-Aachen. Doch auch die Anwohner werden beim Ausbau zur Kasse gebeten. "Es ist mit erheblichen Beiträgen für die Anwohner beim Straßenausbau zu rechnen", machte Otto daraus kein Geheimnis.