Frieden und Demokratie sind in Gefahr, wenn politisches Desinteresse und extremistisch motivierte Gewalt in der Gesellschaft zunehmen. Kann man aus der Geschichte für die Zukunft lernen? Und wie kann man junge Menschen motivieren, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen? Diese Fragen waren Ausgangspunkt für das Entstehen der Ausstellung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Die Ausstellung ist in den nächsten zwei Wochen in der Calvörder Schule zu sehen.

Calvörde. "Was heißt hier Frieden?!" ist der Titel einer Wanderausstellung des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge, die gestern in der Aula der Sekundarschule "Brüder Grimm" in Calvörde eröffnet wurde. "Ich wünsche mir, dass möglichst viele Jugendliche diese Ausstellung sehen und sich mit den Themen Gewalt, Krieg, Gedenken, Versöhnung und Verständigung auseinandersetzen", sagte Philipp Schrage, Referent für Jugend- und Schularbeit beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Er begrüßte als Gäste 40 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen sowie die Lehrerinnen Eva Manske und Antje Plock, die sich im Besonderen für die Verwirklichung des Projektes engagieren.

Für die Neuntklässler ist die Ausstellungseröffnung gleichzeitig der Start für ihr Projekt. Unter dem Motto "Arbeit für den Frieden - Versöhnung über den Gräbern" wollen die Jugendlichen nach Ysselsteyn in Holland reisen, um dort mit anderen jungen Menschen aus verschiedenen Ländern gemeinsam ihre Freizeit zu erleben sowie auf Friedhöfen und in Gedenkstätten zu arbeiten.

"Für den Frieden zu arbeiten, das heißt, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und den Blickwinkel gegenüber Andersdenkenden zu erweitern", sagte Friedhelm John, stellvertretender Schulleiter. Er plädierte für ein gewaltfreies Miteinander: "Ihr müsst einfach zusammen reden und nicht die Fäuste sprechen lassen."

"Ich freue mich, dass ihr mitarbeiten wollt", sagte Schrage und versuchte mit Frage- und Antwortspielen die Atmosphäre aufzulockern. "Freut ihr euch auf die Reise und auf die Zeit in Holland?", wollte der Referent wissen.

"Ich weiß nicht, wo mein Uropa begraben ist"

"Ich interessiere mich für die Arbeit an den Kriegsgräbern. Mein Urgroßvater ist nicht aus dem Krieg zurückgekommen. Ich weiß nicht, wo mein Uropa begraben ist", erzählte Eugen Teier. "Ich freue mich darauf, andere Kulturen kennenzulernen", sagte Melchior Schwarzberger. Die Projektreise findet vom 16. bis zum 20. Mai statt. Um auch Schülern aus sozialschwachen Familien die Teilnahme an der Fahrt zu ermöglichen, ist die Schule auf der Suche nach Sponsoren. "Eine Spendenbescheinigung kann den Unternehmern oder den Institutionen, die uns finanziell helfen, über unseren Förderverein ausgestellt werden", versicherte Eva Manske.

Die Ausstellung ist in den nächsten zwei Wochen in der Calvörder Aula zu sehen. Auch Interessierte aus anderen Schulen sind eingeladen, sich die Ausstellung anzusehen.