Obwohl die Jahresversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Ohrekreis am Sonnabend bereits mit 20-minütiger Verspätung gestartet wurde, war nur ein Bruchteil der Eingeladenen vor Ort. Von 104 eingeladenen Führungskräften der Wehren waren nur 43 anwesend.

Haldensleben. Woran die geringe Teilnahme gelegen hatte, darüber konnte zunächst nur spekuliert werden. Aber auch der Kreisbrandmeister Horst Nitzer ging in seinem Grußwort darauf ein: "Mir blutet das Herz, wenn ich den leeren Saal sehe, der Vorstand hat das ganze Jahr geackert, und so sollte man ihm auch die Akzeptanz zeigen, indem man einmal im Jahr hier anreist." Er hatte gehört, dass sich manche Feuerwehren mit dem Gedanken tragen, aus dem Verband auszutreten und sich einem anderen Verband anzuschließen. "Auch woanders gibt es Probleme", gab er zu bedenken, und motivierte die Kameraden, im Verband neue Strukturen zu schaffen und ihn wieder auf sichere Füße zu stellen. "Die Verbandsarbeit ist wichtig für die Feuerwehrarbeit", unterstrich er mit dem Verweis auf die Organisation der Notfallbegleitung und dem Mitspracherecht bei der Gesetzessprechung.

Wie sich in den Berichten zeigte, hatte der Kreisfeuerwehrverband Ohrekreis auch im zurückliegenden Jahr wieder eine Menge Arbeit geleistet. Dennoch zeigte das Protokoll der Delegiertenversammlung, die im vergangenen Jahr zur gleichen Zeit stattfand, dass einige Probleme noch nicht gelöst werden konnten. Der Verbandsvorsitzende Otto Silberborth kritisierte beispielsweise, dass noch kein Verbandspressesprecher gefunden werden konnte. Ebenso könnten viel mehr Betriebe, die die Voraussetzungen erfüllten, mit dem Titel "Partner der Feuerwehr" ausgezeichnet werden. Lobend äußerte er sich über die Arbeit in den einzelnen Fachgruppen, deren Sprecher aber selbst noch einmal Bilanz über die vergangenen zwölf Monate zogen. So konnte sich der Verbandsjugendwart Danny Pachur insgesamt über ein positives Jahr freuen. Im Jahr 2010 gab es noch 75 Jugendfeuerwehren im Bereich des ehemaligen Ohrekreises. 583 Jugendliche, die darin organisiert sind, bedeuten einen leichten Anstieg. Die Wettkämpfe in Wanzleben und Wellen waren gut gelaufen, und das Sommerlager im KIEZ in Günthersberge war ein Höhepunkt. Stolz berichtete der Verbandsjugendwart, dass insgesamt 110 Prüfungen für die "Jugendflamme" in den verschiedenen Stufen abgelegt worden sind. "Das ist ein Super-Ergebnis und ein Stück Motivation für die Jugendlichen", fügte er hinzu. Ebenso erfreulich ist das Ergebnis bei der Kinderfeuerwehr. Inzwischen gibt es 18 Kinderfeuerwehren in der Region, in der 196 Kinder betreut werden.

Frank Alvermann musste als Leiter der Fachgruppe Wettbewerbe leider berichten, dass der Wettbewerb im "Löschangriff nass", der in Zusammenarbeit mit dem Kreisfeuerwehrverband Börde in Wolmirstedt durchgeführt wurde, nicht so gut gelaufen war. Die Anzahl der teilnehmenden Mannschaften - nur sechs kamen aus dem ehemaligen Ohrekreis - ließ zu wünschen übrig und letztlich gab es viel Kritik.

In der Auswertung stellte man fest, dass die Wettbewerbe aufgrund verschiedener Philosophien in den Kreisverbänden zukünftig wieder getrennt laufen sollten. Allerdings sei auch die Meinung der Feuerwehren an sich gefragt, ob solche Wettbewerbe zukünftig noch durchgeführt werden sollten.

Aktive Arbeit kann auch die siebenköpfige Fachgruppe Seniorenbetreuung vorweisen, die sich um ehemalige Führungskräfte, die nun Ruheständler sind, kümmert.

Wie Herbert Kühne berichtete, übernehmen sie die Gratulationen zu Ehrentagen, erweisen im Todesfall den Kameraden die letzte Ehre, organisieren aber alljährlich auch das jährliche Seniorentreffen, das in diesem Jahr in Hermsdorf stattfinden wird. Nicht nur in der Seniorenabteilung macht sich das steigende Alter der Mitglieder bemerkbar. Auch der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Otto Silberborth, kündigte an, zur Delegiertenversammlung im kommenden Jahr sein Amt niederzulegen.

Das gab Axel Klitschke, Gemeindewehrleiter der Hohen Börde, Anlas in der Diskussion anzuregen, doch noch einmal über die Fusion mit dem Kreisfeuerwehrverband Börde nachzudenken. Vom Vorstand kam das Signal, dass er sich dem nicht verschließen werde. Es brauche aber Kameraden, die die Fusion akribisch vorbereiten.

 

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