In den Startlöchern sitzen die Freunde des Ackendorfer Dorfmuseums, um auch 2011 die Kostbarkeiten der wohl schönsten Sammlung historischer Haushalts- und Landwirtschaftsgeräte in der Hohen Börde zu präsentieren. Allerdings muss das Museum in diesem Jahr wohl ohne Ein-Euro-Jobber auskommen.

Ackendorf.In zwei bis drei Wochen soll es laut Angaben von Ortsbürgermeister Martin Plate, der Seele des Ackendorfer Dorfmuseums, "in die Vollen" gehen. Dann geht es raus ins Freie, die Gestaltung der Außenanlagen steht an. In den vergangenen Wochen haben die freiwilligen Helfer aus dem Dorf Großgeräte wie Hackmaschinen, Trommelwalze und Jauchenpumpe aus dem Winterschlaf erweckt und für die Freiluft-Saison aufgearbeitet. Stehen die Maschinen auf ihrem angestammten Ausstellungsplatz im idyllischen Museumsgarten, wollen die Museumsfreunde den Unterstand aufräumen und die Spuren des harten Winters von allen Museumsgebäuden entfernen. Es wird gemalert, geputzt, repariert. Das braucht viele Hände. Allerdings: Im Gegensatz zu den Vorjahren werden wohl nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge keine Ein-Euro-Jobber auf dem Museumsgelände wirbeln. Ortsbürgermeister Plate möchte das Thema am kommenden Montag im Kulturausschuss ansprechen.

Geeignete Leute stehen Gewehr bei Fuß

"Es stehen im Dorf Leute Gewehr bei Fuß, die sofort loslegen könnten, aber wir haben keine Maßnahme bewilligt bekommen. Angesichts der Bedeutung unseres Museums für die ganze Region halte ich es für vertretbar, sich für eine oder mehrere geförderte Arbeitskräfte im Museum stark zu machen." Auch die Beschäftigungsmaßnahme für die Aufarbeitung der Dorfchronik ist ausgelaufen. Wie auf dem Museumshof wird auch hier ehrenamtlich weiter gemacht, aber keiner weiß, wie lange noch.

Derweil wächst der Fundus der Exponate weiter. Für das Frühjahr haben sich bereits Spender aus Haldensleben und Born bei Martin Plate gemeldet. Demnächst wollen die Museumsfreunde die Kostbarkeiten persönlich abholen. Worum es sich dabei handelt, verriet Plate noch nicht, nur: "Es sind etwa 30 bis 40 Schmuckstücke, vor allem alte Haushaltsgegenstände."

Das Besucherinteresse ist trotz des gerade auslaufenden Winterschlafes geweckt. "Wir hatten schon einige Gäste, unter anderem aus Oschersleben. Die Oschersleber waren ganz verzückt, einen solchen Fundus auf so kleinem Raum zu entdecken. Demnächst wollen sie unsere Kaffeekannensammlung bereichern. Weitere Besuchergruppen haben sich angemeldet, eine aus Haldensleben gar für einen halben Tag", berichtete Martin Plate.